Anschlag auf Flüchtlingsheim in Nauen : Polizei fasst Verdächtigen

Eine Gruppe von Neonazis soll für mehrere Übergriffe, auch für den Brandanschlag auf die Turnhalle in Nauen, verantwortlich sein. Die Polizei hat nun einen weiteren Verdächtigen festgenommen.

Christine Fratzke
Die Sporthalle in Nauen war als Notunterkunft für Flüchtlinge geplant.
Die Sporthalle in Nauen war als Notunterkunft für Flüchtlinge geplant.Foto: dpa

Die Polizei hat einen weiteren Tatverdächtigen wegen eines Brandanschlags auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen festgenommen. Der 26-jährige Christopher L. räumte laut Polizeiangaben in der Vernehmung selbst ein, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Das Amtsgericht Potsdam erließ einen Haftbefehl, der junge Mann wurde bereits am Montag festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt überstellt. Er sitzt seit dem gestrigen Mittwoch in Untersuchungshaft. Christopher L. ist nach Tagesspiegel-Informationen als aktiver Neonazi bekannt, er nahm regelmäßig an Versammlungen der NPD oder der Freien Kräfte teil.
Wie berichtet ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derzeit gegen den Nauener NPD-Politiker Maik Schneider und mittlerweile vier weitere Personen, darunter Christopher L., wegen des Verdachts der Brandstiftung und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Die Gruppe soll für mehrere Übergriffe in Nauen in den vergangenen Monaten verantwortlich sein. Maik Schneider und Dennis W. sitzen seit Anfang März in Untersuchungshaft.
Die Turnhalle eines Oberstufenzentrums in Nauen, die als Asyl-Notunterkunft genutzt werden sollte, ging am 25. August 2015 in Flammen auf. Sie brannte komplett aus, verletzt wurde dabei aber niemand. Schnell waren sich die Ermittler sicher, dass es sich dabei um Brandstiftung handelte.

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