Arbeiten für Bau der U5 : Das Rote Rathaus wird verhüllt

Wegen Arbeiten für den Bau der U5 wird die Vorderseite des Roten Rathauses für rund zwei Monate hinter einer Plane verschwinden. Der Schutz der Fassade beschränkt sich aber nicht nur darauf.

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Bald verschwunden. Die Rathausfassade wird mit einer Plane geschützt.
Bald verschwunden. Die Rathausfassade wird mit einer Plane geschützt.Foto: Wolff

Die Vorderseite des Roten Rathauses verschwindet für rund zwei Monate hinter einer Plane. Diese, 22 Meter hoch, wird bis zum dritten Stock reichen. Sie soll bei den Arbeiten für den Bau der U 5, die vor dem Rathaus einen Bahnhof erhält, die historische Fassade des Amtssitzes des Regierenden Bürgermeisters vor Bentonitspritzern schützen, teilte das Presseamt mit. Bentonit wird beim U-Bahn-Bau zum Abdichten der Baugrube verwendet, die jetzt ausgehoben wird. Zunächst wird das Gerüst für die wind- und luftdurchlässige Spritzschutzplane aufgestellt, danach wird die Plane aufgehängt, die keine Werbung erhalten soll. Der Haupteingang des Rathauses bleibt zugänglich.

Der Schutz des Rathauses beschränkt sich aber nicht nur auf die Plane. Sensoren überwachen während des Baus der U-Bahn, ob sich das Gebäude setzt, wodurch sich Risse bilden könnten. Diese Kontroll-Messungen gibt es entlang der gesamten U-Bahn-Baustelle vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor, wo es dann einen Anschluss an die heutige U 55 weiter bis zum Hauptbahnhof gibt.

Rotes Rathaus
Das Rote Rathaus in Mitte ist der Sitz des Berliner Senats und Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters.Weitere Bilder anzeigen
1 von 11Foto: Mike Wolff
03.11.2010 15:08Das Rote Rathaus in Mitte ist der Sitz des Berliner Senats und Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters.

An diesem 2009 eröffneten Abschnitt muss die BVG jetzt „routinemäßige Wartungsarbeiten an den Fahrstromanlagen“ vornehmen, weshalb die vom übrigen Netz noch isolierte Strecke vom 7. bis 12. April jeweils von 22 Uhr an bis gegen 3.30 Uhr für den Betrieb dicht gemacht wird. Die U 5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof soll 2019 eröffnet werden, einen jetzt eingetretenen Verzug bei den Arbeiten will die BVG aufholen.

Der Bahnhof vor dem Roten Rathaus soll übrigens Berliner Rathaus heißen. Diesen Namen hat einst der damals amtierende Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen durchgesetzt (CDU), der nicht in einem „roten“ Rathaus, der Farbe der Sozialdemokraten und Kommunisten, arbeiten wollte. Der Begriff „Rotes Rathaus“ bezieht sich allerdings auf die Backsteinfassade.

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