Arbeitssausstand am Montag : Verdi bestreikt drei weitere Vivantes-Kliniken

Der von der Gewerkschaft Verdi für Montag ausgerufene Streik der Pflegekräfte bei den Kliniken von Vivantes wird sogar noch ausgeweitet:. Nun sind nicht nur OPs betroffen, sondern auch Pflegestationen.

Christoph Stollowsky
Wieder im Ausstand. Am Montag wollen Pflegekräfte an sechs Kliniken streiken. Nicht zum ersten Mal, wie dieses Foto aus dem Klinikum Neukölln zeigt. Es entstand 2010.
Wieder im Ausstand. Am Montag wollen Pflegekräfte an sechs Kliniken streiken. Nicht zum ersten Mal, wie dieses Foto aus dem...Foto: picture alliance / dpa

Der Streik der Pflegekräfte bei Vivantes trifft jetzt noch drei weitere große Berliner Kliniken: das Krankenhaus Friedrichshain, das Kreuzberger Klinikum Am Urban und die Humboldt-Klinik in Reinickendorf. Ursprünglich wollten nur die Schwestern und Pfleger des Krankenhauses Neukölln, der Spandauer Klinik und des Auguste-Viktoria-Krankenhauses in Schöneberg am Montag von der Frühschicht bis 16 Uhr befristet die Arbeit niederlegen. Doch inzwischen hat die Gewerkschaft Verdi den Ausstand beim landeseigenen Klinikkonzern Vivantes noch ausgeweitet.

Auch die anfangs geplante Begrenzung des Streiks auf Operationssäle und die Anästhesie trifft nicht mehr zu. „Auch auf Pflegestationen wird teilweise gestreikt“, sagte am Sonntag die zuständige Gewerkschaftssekretärin Janine Balder. Wie berichtet, fordern die Pflegekräfte 3,5 Prozent mehr Lohn sowie mehr Personal auf den Klinikstationen.

Verdi bekräftigte erneut, dass sich niemand „um die medizinische Versorgung der Patienten während des Warnstreiks sorgen muss“. Man habeNotdienstvereinbarungen mit den Arbeitgebern getroffen. Dringende Fälle würden weiter behandelt und operiert. Und auf den Stationen sei die notwendige Pflege gleichfalls garantiert. Viele Patienten mit verschiebbaren Untersuchungs- oder OP-Terminen wurden zudem in den vergangenen Tagen von Vivantes-Mitarbeitern angerufen, um neue Vereinbarungen zu treffen. Nach ersten Schätzungen könnten während des Ausstandes mindestens 1000 Behandlungen ausfallen. Es werde aber niemand von dem Ausstand überrascht, heißt es. Deshalb hat Vivantes kein Notfall-Telefon für Patienten eingerichtet. Die Rettungsstellen aller Krankenhäuser bleiben zudem voll besetzt.

Bislang ist von der Streikbereitschaft der Pflegekräfte nur Vivantes betroffen. Doch auch an der Charité wird derzeit verhandelt. Dort hat der Klinikvorstand aber eine Schlichtung eingeleitet. Bis deren Ergebnis vorliegt, herrscht an dem Universitätsklinikum Friedenspflicht.

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