Ateliers in Berlin : Verdrängte Galerien

DAS SENATSZIEL
Zu den erklärten Zielen des Senats gehört seit Mitte der 90er Jahre die Förderung von Künstlern und ihrer Ateliers. Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) hat das 2010 in einem Beitrag für den Tagesspiegel so auf den Punkt gebracht: „Berlin leistet sich auch ein umfängliches Atelierprogramm. Es ist Teil einer Strategie, die unter anderem darauf abzielt, bezahlbare Ateliers in Mitte, Pankow, Prenzlauer Berg oder in Friedrichshain-Kreuzberg langfristig zu sichern.“

DIE FÖRDERUNG
Der Berufsverband Bildender Künstler (bbk) organisiert die Atelierförderung. Er verwaltet 830 mietpreis- und belegungsgebundene Ateliers meist in Citylagen. Die Nachfrage ist aber mehr als dreimal so groß.

DIE REALITÄT
Die Liste der in den vergangenen Jahren häufig von Investoren vertriebenen citynahen Ateliergemeinschaften ist lang. An der Greifswalder Straße 212 in Prenzlauer Berg gingen 45 Ateliers verloren, 20 waren es an der Lindower Straße in Wedding, das Atelierhaus Klausenerplatz in Charlottenburg musste Lofts weichen. In der alten Patzenhofer Brauerei an der Landsberger Allee 54 in Friedrichshain sollen rund 70 Künstler gehen, im Atelierhaus an der Prenzlauer Promenade in Pankow droht 90 Künstlern der Auszug. Es gibt aber auch Hoffnung: Wie berichtet, planen einige heimatlose Künstler des geschlossenen Tacheles in Mitte jetzt als Ersatz ein Künstlerdorf am Nordbahnhof. Das Grundstück haben sie schon gepachtet. CS

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