Berlin : Auf dem Teufelsberg geht’s schrittweise voran

Die Treppe ist schon saniert, aber die Abhörstation auf der Spitze liegt noch brach

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280 Stufen aus Eisenbahnbohlen führten auf den 99 Meter hohen Drachenberg, der zum Teufelsberg im Grunewald gehört und bei vielen Sportlern beliebt ist. Vor allem Drachenflieger und Jogger zieht es dorthin. Nun ist die Treppe, die lange verfallen war, in einem einjährigen ABM-Projekt neu angelegt worden – mit Steinstufen und Geländern aus Holz, das aus den Wäldern der Stadt stammt. Gestern feierten die Berliner Forsten, die Arbeitsagentur und das Land Berlin als Geldgeber die Neueröffnung.

Keine Fortschritte gibt es dagegen nebenan auf der 115 Meter hohen Teufelsbergspitze. Die ehemalige Abhörstation der Alliierten ist weiter umzäunt und verschlossen, obwohl sie nach dem Willen des Senats eigentlich begrünt werden soll. Gerüchten zufolge finden manchmal Feste und Filmarbeiten in den verfallenden Gebäuden statt. Davon ist der Charlottenburg-Wilmersdorfer Bürgermeisterin Monika Thiemen (SPD) und dem Leiter der Berliner Forsten, Elmar Lakenberg, jedoch nichts bekannt.

Im Frühjahr 2005 war ein umstrittenes Bauprojekt nach langjähriger Planung endgültig gescheitert. Eine Investorengruppe um zwei Kölner Architekten hatten ein Hotel, Wohnungen, Lofts, Büros sowie Gastronomie und ein Spionagemuseum geplant. Bereits 1996 erwarb das Unternehmen das Fünf-Hektar-Areal für rund 2,6 Millionen Euro von der Landesentwicklungsgesellschaft. Dann aber fanden sich zu wenig Käufer oder Mieter. Nach mehreren Fristverlängerungen verlor die Stadtentwicklungsverwaltung schließlich die Geduld und hob das Baurecht auf. Auch der Flächennutzungsplan wurde geändert, demnach soll das Gelände zum Teil des umliegenden Waldes werden.

In der Praxis scheitert dies bisher daran, dass die Anlage noch immer dem verhinderten Investor gehört. Einen Rückkauf schließt die Senatsfinanzverwaltung aus: Dann müsste Berlin für Hypotheken in Millionenhöhe aufkommen, die auf dem Grundstück lasten sollen. Die Eigentümerfirma war am Dienstag nicht für Auskünfte erreichbar. CD

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