Ausbau der Strecke im Norden von Berlin : Tegel wartet weiter auf mehr S-Bahnen

Die S-Bahnstrecke nach Tegel sollte schon längst ausgebaut sein, damit die Züge dort häufiger rollen können. Bislang gab es nur leere Versprechungen - jetzt immerhin einen Zeitplan.

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Beim Aussteigen bitte beeilen. Die S-Bahnen nach Tegel sollen häufiger fahren - fragt sich nur, wann.
Beim Aussteigen bitte beeilen. Die S-Bahnen nach Tegel sollen häufiger fahren - fragt sich nur, wann.Foto: dpa

Sie ist die Strecke der leeren Versprechungen: die S-Bahn-Verbindung nach Tegel. Nach der Stilllegung im Januar 1984 wurde den Anwohnern im Norden der Stadt vom Senat zugesichert, auch dort nach der Übernahme des Betriebs durch die BVG wieder Züge fahren zu lassen. Mehrfach gab es sogar „erste Spatenstiche“. Doch erst 1995 traf die S-Bahn wieder alle 20 Minuten in Tegel ein. Gleich wieder mit einem Versprechen: Zunächst nur mit vielen Provisorien versehen, sollte die eingleisige Strecke schnell so ausgebaut werden, dass die Bahnen alle zehn Minuten fahren können. Zu sehen ist davon bis heute nichts.

Jetzt gibt es wenigstens einen Termin, der aber in weiter Ferne liegt: Ende 2018/Anfang 2019 könnten die Arbeiten beginnen. Der Ausbau solle gleichzeitig mit der dann erforderlichen Grundinstandsetzung der vorhandenen Anlagen erfolgen, sagte Daniela Augenstein, Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung. Darauf habe sich das Land mit der Bahn geeinigt. Damit alle zehn Minuten gefahren werden kann, soll der rund fünf Kilometer lange Abschnitt von Schönholz bis hinter den Haltepunkt Eichborndamm zweigleisig ausgebaut werden.

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Doch damit ist es nicht getan. Erforderlich ist auch der Neubau von zehn Brücken oder Unterführungen. Zudem soll der Haltepunkt Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik näher an den gleichnamigen U-Bahnhof der U 8 verlegt werden, um die Umsteigewege zu verkürzen. Zudem muss ein neues elektronisches Stellwerk gebaut und auch die Stromversorgung erweitert werden. Teilweise sind an der Strecke auch Schallschutzwände vorgesehen. Die Kosten sind laut Augenstein noch nicht ermittelt. Es wird aber eine hohe Summe werden, die zum größten Teil der Bund und die Bahn aufbringen müssen.

Zum Vergleich: Auf dem nur 2,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Strausberg und Hegermühle für die S 5 soll der Bau eines zweiten Gleises rund zehn Millionen Euro kosten. Finanzier ist das Land Brandenburg, das mit dem Ausbau einen 20-Minuten-Verkehr zwischen Strausberg und Strausberg Nord ermöglichen will. Man wolle nicht weiter jahrelang auf eine Finanzierung durch die Bahn warten, begründet Brandenburg seinen Schritt. Den 20-Minuten-Takt soll es 2016 geben.

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