Ausbildung bei der Polizei in Berlin : Fast 7000 Bewerber für 420 Stellen

Die Berliner Polizei verlängerte Ende Juli die Bewerbungsfrist für den Polizeidienst - mit Erfolg: Bis zum Fristende am 17. August gingen rund 3000 zusätzliche Bewerbungen ein.

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Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)
Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)Foto: dpa

Ende Juli sah die Zukunft der Berliner Polizei noch gar nicht rosig aus: Für die ausgeschriebenen 420 Ausbildungsplätze hatten sich "nur" rund 3800 Männer und Frauen beworben. Weil im Schnitt nur einer von zehn Interessenten wegen der strengen Prüfungskriterien für den Polizeidienst geeignet ist, wurde die Bewerbungsfrist bis zum 17. August verlängert – mit riesigem Erfolg: In den letzten zweieinhalb Wochen gingen bei der Polizei rund 3000 zusätzliche Bewerbungen ein.

Nur einer von 16 Bewerbern wird genommen

Damit wollen rund 6800 Menschen im kommenden Frühling eine Ausbildung als Schutz- oder Kriminalpolizist antreten: Nur einer von 16 Bewerbern wird am Ende eingestellt. Polizeisprecher Thomas Neuendorf ist zufrieden: "Die verlängerte Bewerbungsfrist hat noch mal richtig Schwung in die Sache gebracht. Die Interessenten haben gemerkt: Wenn ich mich jetzt nicht bewerbe, muss ich bis bis nächstes Jahr warten."

Durch die Fristverlängerung sind nun offenbar auch die Urlaubsnachzügler und die Unentschlossenen mit dabei. "Allen ist deutlich geworden: Es ist allerhöchste Eisenbahn," sagt Neuendorf. Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass viele Jugendliche, die bislang nur Absagen kassierten, ihr Glück nun bei der Polizei versuchen – der verlängerten Bewerbungsfrist sei Dank.

Ein Drittel der Bewerber sind Frauen, ein Drittel Migranten

Laut Polizei liegt der Frauenanteil bei den Bewerbern bei knapp 30 Prozent, etwa ein Drittel kommt aus Familien mit Migrationshintergrund. Etwa ein Viertel der Interessenten bewarben sich auf einen Job bei der Kriminalpolizei, obwohl dort nur 60 Stellen – ein Siebtel der Ausbildungsplätze – zur Verfügung stehen. Die anderen 360 Stellen entfallen auf die Schutzpolizei – der Dienst in Uniform ist für Bewerber offenbar deutlich weniger attraktiv.

Neuendorf führt dies auf ein "Imageproblem" zurück: "Im Fernsehen wird häufig ein verzerrtes Bild vermittelt, wonach Schutzpolizisten nur für niedere Tätigkeiten eingesetzt werden." Wer in der diesjährigen Bewerbungsrunde leer ausgeht, sollte seinen Berufswunsch aber noch nicht endgültig begraben – Neuendorf zufolge wird die Polizei "2016 wieder in ähnlicher Größenordnung ausbilden."

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