Berlin : Aussichtsturm und Fußballmuseum

Das Areal nördlich des Hauptbahnhofs soll „metropolengerecht“ werden

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Dürftig sieht die Hügelspitze des Fritz- Schloß-Parks am Poststadion aus. Vergammelte Bänke, Unkraut auf den Wegen – kein Wunder, dass kaum Spaziergänger unterwegs sind. Der Park an der Turm- und Rathenaustraße in der Nähe des Hauptbahnhofs ist kein Ruhmesblatt der Grünpflege. Bald aber soll das Areal nach Vorstellungen des Bezirksamts Mitte und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine „Metropolenfunktion“ bekommen. Geplant ist unter anderem, auf der Spitze des einstigen Trümmerbergs, der zur „Ulanenhöhe“ werden könnte, einen Aussichtsturm zu errichten.

Am Poststadion könnte ein „deutsches Fußballmuseum“ entstehen. Die Gesellschaft Deutsches Fußballmuseum hat Pläne für einen Anbau entwickelt. Die „Gruppe Planwerk“ ist im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“ vom Bezirksamt Mitte beauftragt worden, für diesen Bereich Vorschläge zu bündeln, ein tragfähiges Konzept für einen zukunftsfähigen Sport-, Freizeit- und Erlebnispark vorzubereiten. Nachdem der neue Hauptbahnhof fertig geworden ist, wollen die Behörden, dass die Gegend mehr beachtet, „aufgewertet und ertüchtigt“ wird, wie Mittes Noch-Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne) formuliert. Grün-, Sport- und Freizeitanlagen sollen modernisiert, ergänzt, auch neu geschaffen werden, wobei die Mitwirkung privater Betreiber gewünscht wird. Der Plan eines Fußballmuseum hat Freunde im DFB, die Standortfrage ist allerdings noch nicht geklärt. Die Gesellschaft Deutsches Fußballmuseum hat zwei Orte in engerer Wahl. Das Ruhrgebiet und Berlin. Das hiesige Gelände wird favorisiert.

Der Turm stößt im Kiez auf großes Interesse. Von hier aus böte sich ein Blick auf den Hauptbahnhof oder auch den Reichstag, allerdings müssten einige Bäume weichen. Ein spektakulärer Entwurf des Büros „archiscape“ löste erste kritische Stimmen aus. „Selbstmörderrampe“ hörte Heinz Tibbe von der Gruppe Planwerk. Auch „Ulanenberg“ für den bislang namenlosen Hügel ist umstritten. Er ist nur ein Arbeitstitel, hat aber historische Gründe; hier waren einst Kaserne und Exerzierplatz der Ulanen.C. v. L.

Um die Zukunft des Geländes von Poststadion und Fritz-Schloß-Park geht es heute 18.30 Uhr bei einer öffentlichen Auftakt-Veranstaltung im Jugendfreizeitheim „kubu“, Rathenower Straße 17.

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