• Austritt des Berliner Landeschefs: Piraten-Bundeschef bestätigt Ordnungsmaßnahme gegen Lauer

Austritt des Berliner Landeschefs : Piraten-Bundeschef bestätigt Ordnungsmaßnahme gegen Lauer

Christopher Lauer sagt, für seinen Austritt aus der Piratenpartei habe es keinen konkreten Anlass gegeben. Gleichzeitig wurde durch den Tagesspiegel bekannt, dass der Bundesvorstand versucht hat, Lauer des Amtes zu entheben. Der Bundesvorsitzende Stefan Körner hat sich dazu nun erstmals geäußert.

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Ausgetreten: Ex-Pirat Christopher Lauer
Ausgetreten: Ex-Pirat Christopher LauerFoto: dpa

War er einfach zu frustriert von der Selbstdemontage seiner Partei? Oder kam er einer möglichen Enthebung vom Landesvorsitz zuvor? Einen Tag nach dem Austritt des bisherigen Landeschefs Christopher Lauer aus der Piratenpartei werden neue Details zu dem Verfahren bekannt, mit dem der Bundesvorstand gegen seinen Berliner Widersacher vorgehen wollte. Ziel war es, Lauer für zwei Jahre die Fähigkeit abzuerkennen, ein Parteiamt zu bekleiden und ihn so auch des Landesvorsitzes zu entheben. Der Text des Schreibens, in dem der Bundesvorstand Lauer zu einer Stellungnahme aufforderte, liegt dem Tagesspiegel vor, die Echtheit hat Parteichef Stefan Körner dieser Zeitung am Freitag bestätigt. Mittlerweile kursiert das Schreiben auch im Internet. Körner sagt, er gehe davon aus, dass Lauer selbst den Text veröffentlicht habe. Daher sehe er sich nun nicht mehr verpflichtet, über die Ordnungsmaßnahme zu schweigen. Er bestätigte auch den zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Versand der Mail und Lauers Austritt.

Der ehemalige Berliner Landeschef hingegen bleibt bei seiner Darstellung, er habe die fragliche Mail nicht erhalten. Er wirft die Frage auf, wie ein solches Dokument an die Öffentlichkeit gelangen konnte und fordert Stefan Körner auf, sich dazu zu erklären.

In dem Schreiben werden mehrere Gründe für die Ordnungsmaßnahme aufgeführt, etwa, dass sich Lauer öffentlich positiv über die Idee äußerte, den Berliner Landesverband von der Bundespartei abzuspalten oder eine neue Partei zu gründen. Damit habe er gegen seine Pflicht als Landesvorsitzender verstoßen, die Einheit der Partei zu sichern. Auch geht es um Äußerungen Lauers, der beispielsweise Körner als "Schwachmaten" bezeichnet hatte. In dem Schreiben heißt es, die Beispiele seine nur exemplarische Belege eines "nicht mehr hinnehmbaren Verhaltens".

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