Berlin : Autohandel Beusselstraße: Ein tödliches Geschäft in der Grauzone

weso

Im Mordfall Aron Kos-Kogos tappt die Polizei noch immer im Dunkeln. Der 59-jährige Autohändler war, wie berichtet, vermutlich Mittwochnachmittag in seiner Wohnung an der Ansbacher Straße 34 erschlagen worden. Hinweise auf den Täter fehlen bisher. Ungeklärt ist nach Auskunft der Polizei auch noch, ob etwas aus der Wohnung im sechsten Stockwerk geraubt wurde. Verschiedene Behältnisse waren geöffnet. Dies deutet daraufhin, dass der Täter etwas suchte.

Möglicherweise wurde der Autohändler ukrainischer Herkunft und deutscher Staatsbürgerschaft von seinem Mörder gezwungen, ein Versteck zu verraten. Der Täter hatte den Mann gefesselt, bevor er ihn mit einem stumpfen Gegenstand erschlug. Die Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden.

Der Autohändler galt bei Hausbewohnern als ein besonders vorsichtiger und misstrauischer Mensch. Die Wohnungstür hatte er mit zwei zusätzlichen Schlössern sichern lassen. Immer habe er bei Besuchen zuerst durch den Türspion gesehen und niemanden eingelassen, den er nicht kannte, berichten Nachbarn. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass Kos-Kogos seinen Mörder kannte und ihn selbst eingelassen hat. Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung wurden nicht gefunden.

Der Mann war häufig auf dem Automarkt an der Beusselstraße in Tiergarten anzutreffen, wo er Wagen veräußerte, die er zuvor auf anderen Automärkten im Bundesgebiet erworben hatte. Sehr oft bezog Kos-Kogos seine Fahrzeuge aus Essen. Dort soll er sich den Ermittlungen der Mordkommission zufolge auch am vergangenen Sonnabend aufgehalten haben. Einen Tag später sei er wieder auf dem Beusselmarkt gewesen.

Der Beusselmarkt ist in der Vergangenheit schon mehrfach Autoverkäufern aus Osteuropa und dem Nahen Osten zum Verhängnis geworden. Ende 1996 verschwanden ein 34-jähriger Syrer und ein 22 Jahre alter Bosnier, die beide auf dem Markt Autos verkaufen wollte. Beide wurden von zwei Russen, die sich als Kaufinteressenten ausgaben, beraubt und ermordet.

Im Oktober 1998 wurden die 21 und 26 Jahre alten Brüder Alexandru und Mihail Pustenchi erschossen. Beide wohnten in Lichtenberg und handelten ebenfalls mit Autos. Die Moldawier verkauften Unfallwagen und gebrauchte Fahrzeuge vor allem nach Polen und in die ehemalige Sowjetunion. Als Täter wurde damals ein 40 Jahre alter Russe ermittelt, der zuvor mit den Pustenchi-Brüdern Geschäfte gemacht hatte. Das Motiv war offenkundig Habgier. Der Täter beraubte seine Opfer.

Der Mörder hat mit zwei russischen Komplizen noch einen weiteren Mord begangen: Im Februar 1999 erschossen sie in Hellersdorf einen 59 Jahre alten Autohändler.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben