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Bahn-Waggons aus Österreich : Ab jetzt mit Skiabteil

10.12.2012 14:24 Uhrvon
Vereist wie in den Alpen. So sehen sie aus, die neuen Waggons aus Österreich, die auf der RE-Linie 4 eingesetzte werden.Bilder
Vereist wie in den Alpen. So sehen sie aus, die neuen Waggons aus Österreich, die auf der RE-Linie 4 eingesetzte werden. - Foto: Jörn Hasselmann

Eine RE-Linie fährt mit Waggons aus Österreich - nur original mit Skiabteil. Wer zur Toilette muss, hat ein echtes Problem.

Zum Schneegestöber passen die neuen Waggons. Seit dem Fahrplanwechsel am Sonntag fährt das private Bahnunternehmen Odeg mit österreichischen Zügen durch die Stadt. Diese haben kleine Verschläge für Skier, Piktogramme weisen darauf hin. Allerdings müssen auch Fahrräder in diesen Verschlag. „Das wird nicht funktionieren“, prophezeite ein Odeg- Schaffner am ersten Tag. Denn in Berlin benutzen je nach Wetter Dutzende Radfahrer jeden Regionalexpress. Bekanntlich wollte die Odeg, die für die Linien RE 2 (Wismar-Berlin-Cottbus) und RE 4 (Rathenow-Berlin-Jüterbog) die Ausschreibung des Verkehrsverbundes gewonnen hatte, neue Doppelstockzüge einsetzen.

Doch das Eisenbahnbundesamt verweigert den Zügen wegen angeblicher Mängel die Zulassung. Für den RE2 half die DB mit Waggons aus, für den RE4 musste die Odeg in Österreich Ersatz mieten.

„Das sind noch die schönsten Züge, die wir bekommen konnten“, berichtet der Schaffner. „Wir haben Züge besichtigt, in die Sie nicht einsteigen würden.“ Ein Rückfall in alte Zeiten sind auch die Toiletten. Denn die sind im Tunnel verschlossen, damit die Fäkalien nicht auf den Gleisen landen – an der frischen Luft ist das weniger ein Problem. Vor Durchfahrt in den Tunnel verschließt das Personal bis auf Weiteres die Toiletten – „ein toller Job“, ätzt die Schaffnerin. Ärgerlich könnte das für Fahrgäste werden, die einen der beiden Frühzüge auf der RE4 benutzen: Die stehen fahrplanmäßig 40 Minuten im Hauptbahnhof.

Es gibt auch Gutes zu berichten: Nach einem Jahr Sperrung fahren seit Sonntag wieder Regionalzüge zwischen Charlottenburg und Wannsee. Vor allem für Pendler und Studenten wird ab Montag das Leben leichter, vorbei das Gedränge in der halb so schnellen S-Bahn. Seit Sonntag dürfen Schaffner im VBB-Gebiet keine Fahrkarten mehr verkaufen. Wer kein Ticket hat, gilt als  Schwarzfahrer. Bis Ende Januar wolle die Bahn kulant sein, berichtete ein Schaffner im RE 1 von Potsdam nach Berlin, danach sollen zivile Kontrolleure eingesetzt werden. Wer allerdings behauptet, in Potsdam Charlottenhof eingestiegen zu sein, darf im Zug nachlösen. Dort gibt es keinen Automaten, „diese Ausrede kennen viele“, berichten die Schaffner.

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