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Band des Bundes in Berlin : Bausenator Geisel verteidigt Freifläche vor dem Kanzleramt

Rund um das Band des Bundes in Berlin-Mitte herrscht Trostlosigkeit und Öde, kaum jemand verirrt sich auf die Grünflächen. Dennoch hält Bausenator Andreas Geisel an der 20 Jahre alten Planung fest. „Besonders die Wasserwände erzeugen eine heitere Stimmung.“ Das sehen nicht nur Berlin-Besucher anders.

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Pläne fürs Bundesquartier. Der Stadtplaner Bernd Albers regt eine Blockbebauung des Spreebogens an. Sein Entwurf sieht auch die Rückkehr der Siegessäule vor. Sie wurde 1938/39 im Zuge der von Hitler vorangetriebenen Umgestaltungspläne für die Reichshauptstadt vom damaligen Königplatz an ihren heutigen Standort am Großen Stern versetzt.
Pläne fürs Bundesquartier. Der Stadtplaner Bernd Albers regt eine Blockbebauung des Spreebogens an. Sein Entwurf sieht auch die...Simulation: Bernd Albers

In der Debatte um die Umgestaltung des Regierungsviertels hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Rückbau der Straße östlich der Schweizerischen Botschaft angekündigt: „Mit dem Wegfall der östlichen Umfahrung werden die Trampelpfade zur Gustav-Heinemann-Brücke zu ausreichend breiten und vor allem wetterbeständigen Fußwegen umgebaut“, hieß es aus der Verwaltung auf Anfrage. Einer grundlegenden Neuordnung des Gebietes, wie sie der Bund deutscher Architekten und Politiker fordern, lehnt das Haus von Senator Andreas Geisel dagegen ab.

Wie am Sonnabend berichtet, fordern Architekten und die Berliner CDU eine „ganzheitliche“ Neuplanung des Quartiers zwischen Reichstag, Kanzleramt und Hauptbahnhof, um eine Belebung des Gebiets zu erreichen. Die Baumeister sprechen sich sogar für ein „Moratorium“ aus bei der Planung des vom Bund projektierten Besucherzentrums am Reichstag.

Senator: Wasserwände erzeugen eine besondere und vor allem im Sommer heitere Stimmung

Rund um das Band des Bundes herrscht Trostlosigkeit und Öde, kaum jemand verirrt sich auf die Grünflächen, wenn nicht gerade Großereignisse wie der Berlin-Marathon oder Public Viewing stattfinden.

Der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist das einerlei: „Die freie Fläche zwischen Paul-Löbe-Haus und Kanzleramt hat sich als ikonischer Ort der nationalen und internationalen Medien etabliert, der das Bild des bundespolitischen Berlins prägt“, hieß es auf Anfrage. Und: „Besonders die Wasserwände erzeugen eine besondere und vor allem im Sommer heitere Stimmung, die von den zahlreichen Besuchern sehr gut angenommen wird“. Das sehen Besucher und der stadtentwicklungspolitische Sprecher der CDU Stefan Evers allerdings anders: Kaum jemand verirre sich auf die Grünfläche, nicht mal im Sommer, sagten Passanten vor Ort. Es fehle an Gastronomie und anderen Einrichtungen, die den Aufenthalt lohnten.

Die Gestaltung des Spreebogenparks wurde in einem Freiraumwettbewerb 1996 entschieden – als die beiden Teile der Stadt noch nicht zusammengewachsen waren. Im Siegerentwurf des Wettbewerbs ist die Fläche zwischen der Schweizerischen Botschaft und Spree als durchgehende Grünfläche angelegt.

An der 20 Jahre alten Planung hält die Senatsverwaltung unerschütterlich fest: „Das wollen wir auch so umsetzen. Dafür muss die aus der Bauzeit des B-96-Tunnels stammende Straße östlich der Schweizer Botschaft zurückgebaut werden. Diese Maßnahme stimmen wir eng mit dem Kanzleramt ab, um den laufenden Betrieb des Kanzleramts zu gewährleisten.“

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