Berlin : Bautrupps übernehmen Zepter in Charlottenburg

Schlösserstiftung setzt Masterplan zur Rettung des Weltkulturerbes um Sanierung des Neuen Palais in Potsdam bereitet die größten Schwierigkeiten.

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Bald ist Schluss mit der Gemütlichke it. Im kommenden Jahr beginnen Sanierungsarbeiten am Schloss. Foto: Thilo Rückeis
Bald ist Schluss mit der Gemütlichke it. Im kommenden Jahr beginnen Sanierungsarbeiten am Schloss. Foto: Thilo Rückeis

Potsdam - Im kommenden Jahr startet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) in die heiße Phase des Masterplans zur Rettung bedrohter Welterbeschlösser. Die größten Sanierungsfälle, darunter das Neue Palais, die Schlösser Babelsberg und Cecilienhof sowie Schloss Charlottenburg in Berlin, werden dann zu Großbaustellen. Das kündigte Projektleiter Ayhan Aylrimaz am Donnerstag an.

Vom 155 Millionen Euro schweren Masterplanpaket, das der Bund mit den Ländern Berlin und Brandenburg von 2008 bis 2017 für das Welterbe geschnürt haben, seien bislang 38 Millionen Euro ausgegeben, so Aylrimaz. Der vergleichsweise geringe Betrag erkläre sich mit den intensiven Vorplanungen für die insgesamt 35 Projekte. Diese Planungen seien nun praktisch abgeschlossen. Ab 2013 könne gebaut werden. Allerdings dürfe jetzt nichts mehr schiefgehen, so der Projektleiter: „Wir haben fast keinen Puffer mehr.“

Größter Problemfall ist nach wie vor das Neue Palais, in dem derzeit die Jubiläumsausstellung „Friederisiko“ anlässlich des 300. Geburtstags Friedrichs II. zu sehen ist. Der Gesamtsanierungsbedarf wird auf mehr als 123 Millionen Euro geschätzt, immerhin gut 25 Millionen Euro können bis 2017 aus dem Masterplantopf ausgegeben werden. So werde etwa das Sockelgeschoss erneuert und trockengelegt. Auch an der kostbaren Decke im Marmorsaal werde weitergearbeitet. Voraussichtlich im Juni 2013 werde das Schlosstheater für vier Jahre geschlossen, so Aylrimaz. Dessen Dachboden sei erheblich mit giftigen Holzschutzmitteln verseucht und müsse dekontaminiert werden. Eine Gefahr für die Theaterbesucher habe allerdings nicht bestanden. Noch unklar ist, wie teuer die Sanierung des an vielen Stellen undichten Dachs sein wird. Von dessen schlechtem Zustand war die SPSG im vergangenen Jahr überrascht worden, seitdem laufen Untersuchungen. Im Masterplan ist für die Reparatur derzeit kein Geld eingeplant.

Das Schloss Charlottenburg soll bei laufendem Betrieb ab 2013 schrittweise vom Ost- zum Westflügel hin saniert werden. Im ersten Bauabschnitt stehen für die Hüllensanierung bis 2017 gut neun Millionen Euro zur Verfügung. Am Schloss Babelsberg beginnt im Frühjahr ebenfalls die Sanierung der baulichen Hülle, die bis 2016 dauern soll. Mindestens bis dahin bleibt es geschlossen. In Cecilienhof muss das Schlosshotel wegen der Sanierungsarbeiten für mehrere Jahre schließen.

Ab 2015 will die Stiftung mit dem Bund, Berlin und Brandenburg über eine Fortsetzung des Masterplans verhandeln. Dies sei dringend nötig, so Aylrimaz. Verteilt über einen Zeitraum von 25 Jahren hatte die Stiftung einen Bedarf von 735 Millionen Euro nachgewiesen.

Zu den Projekten, die auf die Zeit nach 2017 verschoben werden müssen, zählen etwa die Römischen Bäder im Park von Sanssouci. 8,5 Millionen Euro sind für die dringend erforderliche Generalüberholung nötig. Derzeit ist noch nicht einmal klar, ob das Geld für die Planung reicht. Auch für die Dachreparatur des Neuen Palais hofft Aylrimaz auf einen zweiten Masterplan.

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