Berlin : Bei Dominosteinen brummen sie vor Wonne

Brigitte Kutzner, Tierpflegerin, Bärenzwinger Köllnischer Park.

Bär im Köllnischen Park.
Bär im Köllnischen Park.

Seit 20 Jahren kümmert sich Brigitte Kutzner um die Wappentiere Berlins, Schnute und Maxi. Wie die Berliner, die sie repräsentieren, sind die beiden Braunbärinnen gemütliche, gutmütige Wesen, neugierig, verschmitzt und verspielt, jetzt in der Weihnachtszeit aber sehr ruhebedürftig.

Schon im November haben sich Schnute und Maxi mit Stroh und Stöckchen ein Nest gebaut, in dem sie nun dicht aneinandergekuschelt schlafen. Sie zehren von einem Fettpolster, das sie sich im Herbst angefressen haben. Zur Zeit sind sie für Besucher kaum zu sehen, nur gelegentlich unterbrechen sie ihre Winterruhe, wenn sie die Stimme ihrer Pflegerinnen hören – und sehen dann ziemlich verschlafen aus. Für Frau Kutzner und ihre Kollegin Marlis Gnad stehen die Bären stets im Vordergrund; auch beim Foto für die Zeitung lassen sie ihnen den Vortritt.

Stammgäste bringen Weihnachtsplätzchen vorbei. Die werden in die Apfelsuppe gegeben und von Schnute und Maxi, übrigens Mutter und Tochter, mit größtem Vergnügen geschlürft. Und Dominosteine erst! „Wenn sie die nur riechen, bollern sie schon gegen das Gitter. Kommt das Fressen endlich, brummen sie vor Wonne.“

Die 60-jährige Kutzner hat über die Jahre ein inniges Verhältnis zu den Bären aufgebaut. Als die Söhne von Schnute und Maxi an Zoos in Argentinien und Spanien weitergegeben wurden, hat sie die Jungtiere im Flugzeug begleitet, und zum Abschied flossen bei ihr die Tränen.

Weihnachten verschlafen die Bären meist, auch zu Silvester bleiben sie lieber in ihrer Höhle. „Sie sind zwar groß und stark, kriegen aber schnell Angst.“ Fürs kommende Jahr wünschen sie sich vermutlich, dass es so geruhsam weitergeht. Sie sind die letzten Wappentiere der Stadt, 30 und 25 Jahre alt, in Menschenjahren sind das 90 und 70. Wenn Schnute und Maxi einmal sterben, wird es keine Nachfolger geben.

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