Berlin : Beim Zeitplan gibt es keinen Puffer

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Der Terminplan ist eng gestrickt. Für den neuen Eröffnungstag 17. März 2013 des Flughafens Berlin-Brandenburg gibt es keinen zeitlichen Puffer. Dies bestätigte am Mittwoch Flughafenplaner Joachim Korkhaus auf einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses des Abgeordnetenhauses. Zuvor hatten sich die Parlamentarier die Flughafenbaustelle zeigen lassen.

Auch vier Tage vor der ursprünglich für den 3. Juni geplanten Inbetriebnahme des Flughafens wuseln noch Handwerker durchs Gebäude, lagert Baumaterial in den Gängen. Vor dem Terminal stehen schön aufgereiht weiter die Toilettenhäuschen der Bauarbeiter.

Die Arbeiten seien nach dem Beschluss, die Eröffnung zu verschieben, sofort zurückgefahren worden, sagte Korkhaus. Der Drei-Schicht-Betrieb ist passé. Um die in Verzug geratenen Arbeiten zu beschleunigen, war zuletzt alles auf die Baustelle geschickt worden, was aufzutreiben war. Und so wurde dort das Durcheinander noch größer; die Bauleute kamen sich mehrfach in die Quere. Was der eine baute, riss der andere ein.

Um solche „Kollisionen“ zu vermeiden, werden jetzt die Pläne angepasst. Am 18. Juni wolle man dann die Arbeiten an der Entrauchungsanlage fortsetzen, die zum geplanten Eröffnungstermin nicht hinzubekommen war, sagte Korkhaus. Am 18. Dezember sollen die Arbeiten beendet sein, mit dem Tüv-Siegel für die Baufirmen. Bis Ende Januar solle dann der Tüv im Auftrag der Flughafengesellschaft die Gesamtanlage testen. Schon vorher, Mitte Januar, will die Flughafengesellschaft, die nach dem Feuern des bisherigen Planungsgemeinschaft Flughafen BBI nun selbst den Hut aufhat, den Antrag für die Betriebsgenehmigung beim Landkreis Dahme-Spreewald stellen. Im Februar sollen der Probebetrieb fortgesetzt und die Sicherheitsanlagen „scharf“ geschaltet werden. Anfang März können dann nach diesen Plänen die Inhaber der 150 Läden und Lokale ihre Waren einräumen. Wie in der Vergangenheit ist die Flughafengesellschaft überzeugt, den Terminplan einhalten zu können, was allerdings schon mehrfach schief ging.

Korkhaus gibt sich optimistisch, weil nach seinen Angaben die Gespräche mit den 26 Büros, die für die geschasste Planungsgemeinschaft gearbeitet hatten und nun weiter mit dem Flughafen kooperieren sollen, „vielversprechend“ und spätestens in zwei Wochen abgeschlossen seien. Auch die Planungsgemeinschaft werde ihre Unterlagen in der nächsten Woche trotz der Kündigung übergeben.

Die Haupthalle mit ihren Check-In-Schaltern und Sicherheitskontrollen sieht immerhin so aus, als könne der Betrieb demnächst beginnen. Ob die in der Bauphase erweiterten Kontrollanlagen, was 2010 mit dazu geführt hatte, dass der damalige Eröffnungstermin 30. Oktober 2011 nicht gehalten werden konnte, auch genutzt werden, ist ungewiss. Die EU wird ihre Richtlinien zur Mitnahme von Flüssigkeiten wahrscheinlich nicht umsetzen. Hier wäre die Flughafengesellschaft dann einmal zu schnell gewesen. Klaus Kurpjuweit

Die wirtschaftlichen Folgen der verschobenen BER–Eröffnung sind Titelthema des Tagesspiegel-Mittelstandsmagazins „Berlin maximal“, das am Freitag erscheint.

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