BER-Desaster : Jetzt wackeln schon die Ersatzterminals
18.09.2012 11:37 UhrDas Ding kostete immerhin 2,5 Millionen Euro. Es ist funkelnagelneu, steht unmittelbar neben dem neuen Terminal des inzwischen 4,3 Milliarden Euro teuren Willy-Brandt-Flughafens in Schönefeld – doch nun droht der Abriss noch vor der Eröffnung am 27. Oktober 2013. Die Rede ist von einer provisorischen Abfertigungshalle in Leichtbauweise, die vor der geplatzten Eröffnung am 3. Juni 2012 extra mit 20 zusätzlichen Check-in-Schaltern errichtet worden war, um beim erwarteten Passagieransturm ein Chaos zu vermeiden. Kritiker warnen vor einem teuren BER-Flop, der vermeidbar gewesen wäre.
Am Montag äußerten sich Flughafengesellschaft (FBB) und auch Aufsichtsratsmitglieder zurückhaltend, ob die Leichtbauhalle nun demontiert wird. Die Brisanz ist allen Beteiligten klar. Andererseits spricht alles dafür, da zum jetzt avisierten Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 die beiden regulären neuen Abfertigungspavillions stehen werden. Sie sollen nach den bisherigen Planungen im Frühjahr 2013 fertig sein. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke), der den Projektausschuss des Aufsichtsrates leitet, nannte einen möglichen Abriss bedauerlich, aber unter Umständen notwendig. „Es ist eine Konsequenz aus der Verschiebung. Das Provisorium wird nicht mehr benötigt“, sagte Christoffers. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft allerdings sagte, noch sei nicht über den Abriss entschieden.
Die provisorische Abfertigungshalle war gebaut worden, nachdem das Passagieraufkommen der Berliner Flughäfen in den letzten Jahren alle Prognosen übertroffen hatte. Für dieses Jahr wird bereits ein Rekord von 25 Millionen Passagieren für die alten Flughäfen in Tegel und Schönefeld erwartet. Ausgelegt ist der neue Hauptstadtflughafen für 27 Millionen Fluggäste. Daher musste der BER bereits vor der Fertigstellung erweitert werden. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte im Landtag darauf verwiesen, dass der neue Flughafen so weitsichtig geplant worden sei, dass er mit dem Wachstum des Flughafens in Modulen erweitert werden könne.









































