BER-Pläne : Die nächste Baustelle ist schon in Sicht

Auch Platzeck will den BER-Flughafen schnell erweitern - denn schon jetzt ist klar, dass der neue Airport zu klein ist. Möglicherweise werden dann auch Gebühren erhöht. Doch das könnte einigen Fluggesellschaften zu teuer sein.

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Äh, verlaufen? Eine Co-Pilotin auf dem Weg zum BER-Terminal.
Äh, verlaufen? Eine Co-Pilotin auf dem Weg zum BER-Terminal.Foto: dpa/Paul Zinken

Nach Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat sich jetzt auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) dafür ausgesprochen, den BER-Flughafen in Schönefeld schnell zu erweitern. Platzeck soll am Mittwoch als Nachfolger des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) zum Chef des Flughafen-Aufsichtsrats gewählt werden. Der Flughafen geht mit einer Kapazität von 27 Millionen Passagieren an den Start. Platzeck verwies darauf, dass Schönefeld und Tegel bereits im vergangenen Jahr die 25-Millionen-Marke überschritten haben. Angaben zu Kosten könne man erst machen, wenn die Planung feststehe.

Das Ausbau-Konzept

Das Zauberwort heißt „modular“. Schrittweise soll der Flughafen erweitert werden, wenn der Bedarf vorhanden ist. Um Kosten zu sparen, ist der BER – anders als die meisten anderen Flughäfen – nicht „auf Vorrat“ gebaut worden. Zudem hat sich die Zahl der Passagiere weit stärker erhöht, als zu Beginn der Planungen angenommen worden war. Ursprünglich sollte nur der Hauptterminal gebaut werden, doch bereits in der Planungsphase kamen die mit dem Hauptpier verbundenen Nebenpiers (im Norden für die Billigfluglinien und im Süden für Air Berlin) hinzu. Zudem gab es in der letzten Bauphase den Beschluss, auf beiden Seiten der Haupthalle sogenannte Pavillons anzubauen, um mehr Schalter und Sicherheitskontrollen unterzubringen. Für zusätzliche Schalter und Gepäckanlagen ist eine weitere Fläche freigehalten, eine andere wird durch ein Parkhaus zunächst zwischengenutzt. Zudem kann das 750 Meter lange Hauptpier noch etwas verlängert werden. Dies reicht dann zusammen rechnerisch für etwa 30 Millionen Passagiere im Jahr.

BER-Eröffnungstermin erneut geplatzt
Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma: „Die Probleme sind leider Gottes nach dem, was wir jetzt wissen und was wir sehr mühevoll in den letzten Monaten aufgedeckt haben, heftig, sehr heftig. Und zwar so gravierend, fast grauenhaft, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, notwendig waren.". Amann hat nach Angaben von Brandenburgs Landesregierung erstmals am vergangenen Freitag darüber informiert, dass der geplante Termin 27. Oktober für den neuen Hauptstadtflughafen „real nicht zu halten“ sei.  Medienberichten zufolge hatte Amann sogar schon am 18. Dezember auf eine weitere Verschiebung hingewiesen.
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08.01.2013 10:29Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma:...

Die Satelliten

Sollte der Bedarf weiter steigen, ist planungsrechtlich der Bau von zwei weiteren Gebäuden auf dem Vorfeld möglich. Detailplanungen gibt es hierzu noch nicht. Es steht nicht einmal fest, wie diese „Satelliten“ mit dem Hauptterminal verbunden werden. Zunächst war ein Tunnel vorgesehen, der zeitgleich mit dem Tunnel für die Bahn entstehen sollte. Weil unklar sei, wie der Satellit genutzt werden soll, hat die Flughafengesellschaft darauf verzichtet. Wird er nur für Umsteiger genutzt, könnte ein Tunnel schmaler ausfallen, als wenn auch Passagiere von und nach Berlin abgefertigt würden, argumentiert die Flughafengesellschaft.

Vor allem die Lufthansa hatte den Verzicht auf den Tunnelbau bereits in der Bauphase des Flughafens kritisiert, weil sie befürchtete, dass bei einem späteren Arbeiten der Flugverkehr beeinträchtigt werden könnte. Ob jetzt vor der Eröffnung des Flughafens doch noch der Tunnel gebaut wird, ist unklar. Der Flughafen hatte die Kosten einst mit rund 80 Millionen Euro angegeben.

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