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BER stufenweise eröffnen? : Aufsichtsrat bremst Mehdorn  

Wird der Flughafen in kleinen Schritten eröffnet? Auf diesen Plan von Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn hat der Aufsichtratsrat zurückhaltend reagiert. Dieser solle nun zunächst ein Konzept erarbeiten. Derweil wurde Heike Fölster erwartungsgemäß zur Finanzchefin berufen.

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Die neue Finanzgeschäftsführerin der BER-Betreibergesellschaft, Heike Fölster, neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD).
Die neue Finanzgeschäftsführerin der BER-Betreibergesellschaft, Heike Fölster, neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin,...Foto: dpa

Erste Blessuren für Hartmut Mehdorn, der den neuen Berliner Airport im „Sprint“ an den Start bringen will: Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hält die publik gewordenen Überlegungen des BER-Vorstandschefs, den neuen Hauptstadt-Flughafen in Schönefeld ab 2014 stufenweise zu eröffnen, bislang für unausgegoren – und nicht für entscheidungsreif. „Es gibt erste Überlegungen, aber kein geschlossenes Gesamtkonzept“, sagte Klaus Wowereit, Berlins SPD-Regierungschef und BER-Aufsichtsratsvize nach der Sitzung des Kontrollgremiums auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Mehdorn werde „noch einige Monate“ benötigen, bis er ein entsprechendes Gesamtkonzept – das einen neuen Eröffnungstermin und Kostenentwicklung einschließen – vorlegen könne.

Zwar wurde vom Aufsichtsrat die Hamburger Finanzexpertin Heike Fölster erwartungsgemäß zur neuen Finanzgeschäftsführerin der Flughafengesellschaft berufen. Doch bei einer anderen Personalie wurde Mehdorn gestoppt - nämlich für seinen Vorschlag, angesichts des ramponierten BER-Images einen neuen Chefposten für Unternehmenskommunikation zu schaffen und diesen mit dem Journalisten Klaus Schrotthofer, dem früheren Sprecher des verstorben Bundespräsidenten Johannes Rau,  zu besetzen. Gegen die Personalie hatte es Widerstände gegeben, da Schrotthofer ein stattliches Jahres-Brutto-Salär von 200 0000 Euro plus Tantiemen bekommen sollte. Zum Vergleich: Regierungschef Matthias Platzeck verdient rund 120 000 Euro. Auf Nachfrage bestätigte Wowereit am Mittwoch, dass es zu dieser Personalie vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates „keine Zustimmung gegeben hat.“

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Berlins Regierender hatte die Sitzung stellvertretend für den BER-Aufsichtsratschef und brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) geleitet, der kurzfristig seine Teilnahme wegen eines eingeklemmten Ichiasnerves absagte. Das Gremium tagte auf den Tag genau ein Jahr nach der Absage der verschobenen, ursprünglich für den 3.Juni 2012 geplanten Eröffnung des BER, die Wowereit damals noch als Aufsichtsratschef verkünden musste. Nachdem auch eine im Jahr 2013 vorgesehene Eröffnung abgeblasen wurde, hatten Wowereit und Platzeck Anfang 2013 den Vorsitz getauscht.

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