Baustelle des Großflughafens : BER-Glasfassade ist zu sauber – Vögel prallen dauernd gegen Scheiben

27.10.2012 11:35 Uhrvon
Glaspalast. Am BER spiegelt sich alles. F: dpa Foto: dpa
Glaspalast. Am BER spiegelt sich alles. F: dpa - Foto: dpa

Nun gibt es auch ein ernsthaftes Vogelproblem am neuen Flughafen.

Mit den Vögeln hatten Großbauten in Berlin schon immer Probleme. Am Hauptbahnhof pickten Krähen aus reinem Spieltrieb die Dichtungen aus den Fugen des Glasdaches, und so war das auch auf dem Dach des Olympiastadion, sodass die Fans darunter pitschnass wurden.

Und nun gibt es auch ein ernsthaftes Vogelproblem am neuen Flughafen, oder konkret: mit den vielen, vielen Glasscheiben am Terminal. Singdrosseln, Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen sind zuletzt gegen die Scheiben geprallt und haben sich das Genick gebrochen. „Besonders im Herbst ist das so, etwas weniger im Frühjahr“, sagt BER-Sprecher Lars Wagner. Immer dann nämlich, wenn die Vögel gen Süden oder Norden ziehen, vor allem in den früheren Morgenstunden zwischen vier und fünf Uhr.

Ein Flughafenmitarbeiter verständigte daraufhin vor zwei Wochen den Naturschutzbund (Nabu). Dieser zählte 250 tote Vögel am BER-Terminal. Nabu-Chefin Anja Sorges sagt: „Licht, Landschaft und Himmel reflektieren sich in der Glasfläche. Auch nachts, wenn der Glaspalast von innen hell erleuchtet ist, realisieren die Vögel das nicht als Hindernis und knallen im vollen Flug dagegen.“

„Wir nehmen das Problem ernst“, sagt BER-Sprecher Wagner. „Es ist aber nicht nur ein Problem für den Flughafen, sondern es tritt an allen großen Gebäuden mit Glasfassade auf, vor allem, wenn diese an exponierter Stelle stehen.“ Deshalb hat die Flughafengesellschaft sogar einen Ornitologen als Mitarbeiter, auch externe Experten sind eingeschaltet. „Wir arbeiten daran. Ganz verhindern lässt sich das nicht“, sagt Wagner. Wenn der Flughafen im Oktober kommenden Jahres eröffnet, dürfte sich das Problem wegen des laufenden Betriebes von selbst erledigen, weil dann einfach mehr los ist auf dem Gelände. Bereits jetzt werden Lautsprecher eingesetzt: „Wir imitieren die Geräusche des Habichts“, sagt Wagner. Auch die Glasfassade werde seltener geputzt. Zudem erwägt der Flughafen, das Glas mit UV-Folien zu bekleben. Sie verhindern Spiegelungen und sind für die Fluggäste unsichtbar. Alexander Fröhlich

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