Exklusiv : Platzeck: Technikchef wird erneute BER-Verschiebung vorschlagen

04.09.2012 11:20 UhrVon Thorsten Metzner, Christian Tretbar
  • Erstmals spricht Ministerpräsident Matthias Platzeck über die erneute Verschiebung des März-Termins zum Start des neuen Flughafens. Nach seiner Aussage wird der neue Technikchef Horst Amann vorschlagen, den Berliner Großflughafen nicht im März 2013 sondern später zu eröffnen. Foto: dpa
    Erstmals spricht Ministerpräsident Matthias Platzeck über die erneute Verschiebung des März-Termins zum Start des neuen Flughafens. Nach seiner Aussage wird der neue Technikchef... - Foto: dpa
  • Zuvor hatte es neuen Krach um den Lärmschutz am BER gegeben. Fünf Anwohner aus Berlin, Blankenfelde und Diedersdorf haben Klage eingereicht. Insgesamt müssen sich die Richter noch mit einem Dutzend Verfahren beschäftigen. Foto: dpa
    Zuvor hatte es neuen Krach um den Lärmschutz am BER gegeben. Fünf Anwohner aus Berlin, Blankenfelde und Diedersdorf haben Klage eingereicht. Insgesamt müssen sich die Richter noch... - Foto: dpa
  • In einer Aktuellen Stunde im Berliner Abgeordnetenhaus Ende August hat der Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Die Opposition forderte Klarheit über einen neuen Start-Termin und die Kosten der Verschiebung. Foto: dapd
    In einer Aktuellen Stunde im Berliner Abgeordnetenhaus Ende August hat der Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, die Verantwortung für das... - Foto: dapd

Update Erstmals äußert sich einer der hochrangigen BER-Aufsichtsräte offen zur erneuten Verschiebung des Starttermins. Auch andere bestätigen die Verschiebung und üben neue Kritik: vor allem an der Informationspolitik.

Man werde dann in einer kurzfristig anberaumten Aufsichtsratssitzung am Freitag darüber debattieren und über den neuen Starttermin Ende Oktober 2013 entscheiden, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck weiter. Aufsichtsratschef Klaus Wowereit war am Dienstagmorgen zunächst nicht zu erreichen. In der Pressestelle der Senatskanzlei hieß es, der Regierende Bürgermeister sei heute im Senat. Berlins CDU-Chef Frank Henkel, ebenfalls Mitglied des BER-Aufsichtsrats, ist derzeit in London bei den Paralympics, verweist aber auf die Senatskanzlei.

Im Vorfeld der nun für Oktober 2013 geplanten Eröffnung soll es eine lange Testphase geben. Ralf Christoffers (Linke), Leiter des Projektausschusses des Flughafens und Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg, sagte dem Tagesspiegel: "Ich gehe davon aus, dass eine Eröffnung im Oktober 2013 einen vollständigen Probelauf über mehrere Wochen beinhaltet." Die Region sei darauf angewiesen, dass der Flughafen so schnell wie möglich eröffnet, aber noch wichtiger sei eine sichere Eröffnung.

Auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages, Anton Hofreiter (Grüne), bestätigt den Oktober-Termin. "Nach meinen Informationen standen zwei Eröffnungstermine im Raum: Frühjahr 2014 oder Ende Oktober 2013. Jetzt hat man sich für den Oktober-Termin entschieden und ich hoffe, dass es diesmal dafür technische Gründe gibt und nicht wieder politische", sagte Hofreiter dem Tagesspiegel. Der Verkehrsausschuss wird am 12. September die Baustelle besuchen und laut Hofreiter herrsche dort derzeit ein "kompletter Baustopp." Gleichzeitig kritisiert Hofreiter die drei Gesellschafter wegen ihrer Informationspolitik. "Ich würde mir wünschen, dass sich jetzt auch endlich die Informationspolitik der drei Gesellschafter ändert, denn die macht alles noch viel schlimmer, weil von Transparenz da keine Rede sein kann." Seite Juni warte der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages auf den Controlling-Bericht Nummer 2 des Jahres 2012. "Aufsichtsratsmitglied und Staatssekretär Rainer Bomba hatte uns im Ausschuss zugesagt, dass wir diesen bekommen. Jetzt ist September und er ist immer noch nicht da. Das ist eine unglaubliche Missachtung des Parlaments."

Der unfertige BER in Bildern:

Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte am Freitagmorgen dem Tagesspiegel, dass die eigentlich für den 14. September geplante Aufsichtsratssitzung auf den kommenden Freitag vorverlegt werde. Es gebe "Termingründe" für das Vorziehen der Sitzung, so Kunkel weiter. Damit meinte der Flughafensprecher aber nicht den Starttermin, sondern Terminschwierigkeiten von Aufsichtsräten. Die Verschiebung des Starttermins wollte Kunkel auch dieses Mal nicht bestätigen. Er verwies auf die Sitzung am Freitag.

Nach Tagesspiegel-Informationen wird im Vorfeld der Sitzung auch der Finanzausschuss des Flughafens zusammenkommen, um über das Finanzierungspaket zu beraten. An dem werde noch gefeilt, aber Stand heute gehen die Gesellschafter davon aus, dass es bei den bisher bereits genannten Mehrkosten bleibe. So ließ etwa Helmuth Markow (Linke), Leiter des Finanzausschusses des Aufsichtsrats, die Linke-Fraktion im Potsdamer Landtag am Dienstag informieren, dass trotz der neuerlichen Verzögerung die angesetzten 1,17 Milliarden Euro ausreichen sollten.

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