Flughafen Tegel : Kommen Terroristen bis aufs Rollfeld?

Laut eines Focus-Bericht hat ein Reporter am Flughafen Tegel große Sicherheitsmängel aufgedeckt. Wie sind die Recherchen einzuordnen?

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Nach einem Bericht des „Focus“ ist ein Reporter auf dem Berliner Flughafen Tegel durch Gänge mit Kabeln und Rohren ungehindert bis ans Rollfeld gelangt. Die Betreibergesellschaft des viertgrößten deutschen Flughafens hat gemeinsam mit den zuständigen Behörden eine Untersuchung eingeleitet. Sie äußerte zugleich Zweifel an der Darstellung des Nachrichtenmagazins.

Laut „Focus“ würden nach Aussagen eines Mitarbeiters im Untergeschoss der Terminals A – das ist der sechseckige Flugsteigring mit den Abfertigungspositionen 1 bis 15 – Außentüren oft stundenlang offen stehen und keine Kontrollen existieren. Terroristen könnten hier unkontrolliert bis auf das Vorfeld gelangen, den Flughafen technisch teilweise lahmlegen und unter Umständen sogar über Lüftungsanlagen giftige Gase in die Gebäude leiten, so das Nachrichtenmagazin.

Im Untergeschoss des Flugsteigringes enden die Förderbänder für das abgehende und ankommende Gepäck, das von hier aus zu den Flugzeugen oder zu den Ausgabebändern in den Ankunftsräumen geleitet wird. Früher konnten die Mitarbeiter, die nach erforderlicher Sicherheitsüberprüfung einen Flughafenausweis erhalten haben, aus dem öffentlichen Bereich über Treppenhäuser und mit Kartenlesegeräten ausgestattete Drehtrommelschleusen in diese Ebene gelangen. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurden auch in Deutschland die Zugangsbedingungen für Flughafenbedienstete verschärft. Sie müssen jetzt auch in Tegel so wie die Passagiere eine Personen- und Gepäckkontrolle passieren.

„Die Flughäfen Tegel und Schönefeld verfügen über funktionierende und durch EU und nationale Sicherheitsbehörden auditierte Sicherheitssysteme“, erklärte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Auf dem vom Reporter dargelegten Weg vom Parkhaus 1 über das Treppenhaus 1 könne man nur durch eine von außen verschlossene und alarmgesicherte Fluchttür in den Sicherheitsbereich gelangen. Jedes Öffnen dieser Tür würde in der Sicherheitszentrale des Airports einen Alarm auslösen. Bei allen im „Focus“-Bericht abgebildeten Türen handele es sich nicht um Zugänge zum Sicherheitsbereich.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, der im „Focus“ dargestellte Sachverhalt werde geprüft. Mit der für die Zugangssicherung verantwortlichen Flughafengesellschaft sei man im Gespräch. Gegebenenfalls würden „entsprechende Maßnahmen“ eingeleitet.Rainer W. During

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