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Neue Pannen am Flughafen : BER-Baustelle seit dem Sommer im Winterschlaf

24.12.2012 11:19 Uhrvon
Auf der BER-Baustelle herrscht Stillstand.Bild vergrößern
Auf der BER-Baustelle herrscht Stillstand. - Foto: dpa

Die Inspekteure von Bundesverkehrsminister Ramsauer bemängeln Stillstand am Flughafen und legen neue Pannen offen: Es regnet in Lüftungsschächte, Rolltreppen sind zu kurz und beim Brandschutz hapert's sowieso. Scheitert demnächst der nächste Eröffnungstermin?

Das sind keine guten Aussichten für den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg für das neue Jahr. Auf der Baustelle herrscht weiterhin Stillstand. Die BER-Sonderkommission des Bundesverkehrsministeriums zieht nach ihrem jüngsten Besuch Mitte Dezember auf der Baustelle eine verheerende Bilanz. Was Soko-Chef und Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald gemeinsam mit Experten zu sehen bekam, bestätigt die Zweifel, dass der Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 zu halten ist. Laut einem internen Protokoll der BER-Soko gibt es neue Pannen bei der Planung und weitere Baumängel.

Eine Sprecherin des von Peter Ramsauer (CSU) geführten Bundesverkehrministeriums bestätigte am Sonntag gegenüber dem Tagesspiegel einen entsprechenden Bericht der „Bild am Sonntag“. Flughafensprecher Lars Wagner dagegen wollte den Bericht „in Gänze und in den Einzelheiten nicht kommentieren“.

Seit November sollten die Arbeiten auf der Baustelle für den neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg wieder auf Hochtouren gebracht werden. Doch bislang ist davon kaum etwas zu sehen. Die Arbeiten seien seit Sommer so gut wie nicht vorangekommen, heißt es in dem vom Bundesverkehrsministerium bestätigten Soko-Papier. Festgestellt wird darin, dass sich seit August im Terminal weiter „nur geringfügige Aktivitäten wahrnehmen lassen“. Es sei mehr Sicherheitspersonal zu sehen als Arbeiter.

Zudem stellte die BER-Soko fest, dass es am Flughafen Bereiche von mehreren tausend Quadratmetern gebe, die sich noch im Rohbau befinden. Der Bericht listet zudem – wie die Sprecherin des Bundesverkehrsministerium bestätigte – eine Reihe von Planungspannen und Baumängeln auf, für die weitere Umbauten nötig werden könnten. Offenbar sind nicht nur Umbaumaßnahmen an den Brandschutzanlagen und Kabelschächten nötig, die in den Chaosmonaten im Frühjahr 2012 vor der geplatzten Eröffnung völlig überbelegt und kreuz und quer gebaut worden sind, was derzeit behoben werden muss.

So soll am neuen Bahnhof unter dem Flughafen je nach Windrichtung Regenwasser von der westlichen Terminalfassade in die Öffnungen des Lüftungssystems laufen. Zudem sollen die Brandschutzanlagen von Bahnhof und Flughafen nicht miteinander gekoppelt sein. Laut dem vom Ministerium bestätigten Bericht gibt es auch keine Verbindung vom Brandschutzkonzept des Bahnhofs zur Brandmeldeanlage des Flughafens. Überdies sollen einige Rolltreppen zwischen dem Bahnhof und dem Terminal zu kurz sein, einige Stufen sollen fehlen.

Der Flughafensprecher dagegen verwies nur auf die Ergebnisse der Aufsichtsratsitzung Anfang Dezember. Technikchef Horst Amann hatte gesagt, dass rund 300 Arbeiter aktuell damit befasst seien, Probleme mit der Brandschutzanlage und den Kabeltrassen zu lösen. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir schon mehr Bauarbeiten sehen, aber wir sind im Plan“, hatte Amann gesagt.

Passend zum Bericht der BER-Soko aber wollten eine Woche später der Vorsitzende des Aufsichtsrates und sein Vize, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD), angesichts der Probleme nicht mehr für die Eröffnung im Oktober 2013 garantieren. Genau an jenem Tag, als die BER-Soko des Bundes auf der Baustelle unterwegs war, am 13. Dezember, hatte Wowereit im Abgeordnetenhaus gesagt, dass in wichtigen Bereichen des Terminals die Aufnahme der Bauarbeiten noch kurz bevorstehe, besonders beim Brandschutz. Auch Platzeck wollte sich zur Terminlage nicht festlegen. „Ich glaube es erst, wenn der letzte Entrauchungstest funktioniert.“ Das soll spätestens im März so weit sein. Das größte Problem ist die elektronische Steuerung der Brandschutzanlage. Erste erfolgreiche Tests erfolgten nur mechanisch. In der Vorwoche warnte der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), dem die zuständige Baubehörde untersteht, dass die Anlage nur unzureichend funktioniere. „Wenn der neue Starttermin am 27. Oktober 2013 realisiert werden soll, muss in puncto Brandschutz noch viel passieren.“

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