Berlin : Berggruen kauft ein

Areal am Südkreuz und Pelikan-Haus erworben.

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Nicolas Berggruen hat in Berlin wieder eingekauft: Zum einen erwarb er in Kreuzberg das historische Pelikan-Haus. Außerdem übernimmt seine „Nicolas Berggruen Holdings GmbH“ zum 1. November ein riesiges Gelände an der Naumannstraße in Schöneberg von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Zu den weiteren Plänen will sich das Unternehmen noch nicht äußern. Nur so viel wird verraten: Es soll dort ein Zentrum für die Kreativbranche entstehen. Auf dem 80 000 Quadratmeter großen Areal stehen zur Zeit Gewerbebauten mit einer Gesamtfläche von rund 35 000 Quadratmetern. Berggruen hat das zentral am Südkreuz gelegene Gelände bereits im Mai für 17,5 Millionen Euro erworben, es ist bislang aber noch nicht offiziell auf ihn umgeschrieben.

Derzeit sind Tischler, Weinhändler, Künstler, Büros und ein Spediteur auf dem Gelände; gut die Hälfte der Gewerbeflächen steht leer. Die Mieter zahlen extrem niedrige Gewerbemieten von drei bis vier Euro pro Quadratmeter. Allerdings hat die Bundesanstalt als bisherige Eigentümerin nicht investiert, was man sieht. Das dürfte bald anders werden.

Das Areal schließt sich östlich an die Wohnblocks an der Naumannstraße an. Eben erst hat eine Sozialstudie des Bezirksamtes erbracht, dass renditeorientierte Investoren zunehmend in dieser Gegend einkaufen. Berggruens Projekt scheint das zu bestätigen. Es sei ein „schwieriges, aber spannendes Gelände“, heißt es in der Holding.

„Der gültige Bebauungsplan sieht hier nur Gewerbeflächen vor“, sagt die zuständige Stadträtin Sybill Klotz (Grüne). Wohnbebauung sei also nicht möglich, das wisse der Käufer. Der Bezirk sei an dem Verkauf nicht beteiligt gewesen.

Das allerneueste Schmuckstück in Berggruens Sammlung ist das Pelikan-Haus an der Ritterstraße in Kreuzberg. Das 1905 fertiggestellte neoklassizistische Gebäude hat eine säulengeschmückte Sandsteinfassade. Der Investor erwarb das denkmalgeschützte Haus kürzlich aus Privatbesitz.

Seit er 25 ist, investiert Berggruen weltweit in Unternehmen und Immobilien. In Berlin und Potsdam hat er seit 2005 rund 370 Millionen Euro in rund 100 Immobilien gesteckt. Fatina Keilani

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