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Berlin-Brandenburg : Hepatitis-Risiko für Helferinnen ist nur gering

Zwei Frauen versuchen in einer Regionalbahn erfolglos, einen Mann wiederzubeleben. Später stellt sich heraus, dass der Verstorbene Hepatitis B und C hat.

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Polizei im Einsatz.
Polizei im Einsatz.Foto: dpa

Eine der Ersthelferinnen, die einem bewusstlosen, mit Hepatitis B und C infizierten Mann geholfen haben und wegen der Ansteckungsgefahr dringend gesucht werden, hat sich am Donnerstag um 23 Uhr bei der Polizei in Fürstenwalde gemeldet. Das bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Brandenburg. Die zweite Helferin wurde am Freitagabend noch gesucht. Der Mann war am Donnerstag gegen 14 Uhr im Regionalzug RE 1 auf der Strecke Berlin Richtung Frankfurt (Oder) – an der Haltestation Erkner – bewusstlos zusammengebrochen.

Zwei Frauen versuchten, den Mann zu reanimieren. Bei der Helferin, die sich noch nicht gemeldet hat, handelt es sich um eine Krankenschwester. Nach der Übernahme der Person durch den Notarzt verließen die Helferinnen den Zug. Trotz weiterer Bemühungen der Rettungskräfte verstarb der 55-Jährige.

Da der Verstorbene nach bisherigen Erkenntnissen mit dem Virus Hepatitis B und C infiziert ist, wurden die Ersthelferinnen sowie weitere Mitreisende, die im Körperkontakt mit dem Mann standen, dringend gebeten, einen Arzt aufzusuchen und sich bei der Polizei in Fürstenwalde zu melden.

Aufruf über Soziale Medien

Die Polizei hat den Aufruf auch über Facebook und Twitter veröffentlicht. Der Polizeisprecher teilte mit, dass der Aufruf bis Freitag, 16 Uhr, fast 500 000 angeklickt worden sei. „Wir können die Netzgemeinde absolut loben. Die Menschen haben uns sehr geholfen.“

Dass sich die Ersthelferinnen angesteckt haben, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Eine Infektion mit Viren wie Hepatitis B, C oder gar HIV ist nur durch einen direkten Kontakt zwischen offenen Wunden des Helfers mit Blut oder Körperflüssigkeiten des Verunglückten möglich, betont das „Handbuch des Rettungswesens“. Dieser Kontakt lasse sich „fast immer“ durch „sehr einfache“ Maßnahmen vermeiden: Zum einen seien das Einweghandschuhe aus dem Verbandskasten. Zum anderen können Ersthelfer bei starken Blutungen im Kopfbereich beim Reanimieren auf eine Beatmung verzichten und nur die Herzdruckmassage anwenden.

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