Berlin Fashion Week : Hauptsponsor Mercedes-Benz verlässt Fashionweek

Umbrüche bei der Berlin Fashion Week: Hauptsponsor Mercedes-Benz hat den Vertrag mit Veranstalter IMG nicht verlängert. Andere Projekte sind geplant.

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Promis wie Ex-Rennfahrer Mika Häkkinen und Model Eva Padberg gehörten bislang fest zur Fashion Week.
Promis wie Ex-Rennfahrer Mika Häkkinen und Model Eva Padberg gehörten bislang fest zur Fashion Week.Foto: S. Stache/dpa

Die Mercedes-Benz Fashion Week wird wohl nicht mehr den Namen des Titelsponsors tragen. Der Autobauer scheidet als Hauptsponsor der seit 2007 zweimal im Jahr stattfindenden Fashion Week aus. Der Vertrag wurde nach zehn Jahren mit dem bisherigen Veranstalter IMG nicht verlängert. Und wie es strategisch mit dem Event weitergeht, ist auch noch nicht so klar.

Schon im Januar kam nach dem Umzug der Schauen vom Brandenburger Tor ins Kaufhaus Jandorf, dem früheren Modeinstitut der DDR in Mitte, nicht recht Stimmung auf. Trotzdem setzt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) auf die Anziehungskraft des Events. „Die Fashion Week bleibt ein Erfolgsmodell und sehr attraktiv. Berlin ist Deutschlands Modehauptstadt – das sieht man auch daran, dass sich Mercedes an anderer Stelle weiter engagiert.“

Die Umsätze der Berliner Modebranche sind von 2013 zu 2014 um 10,8 Prozent auf rund 4,3 Milliarden Euro gestiegen. Parallel stiegen auch die Beschäftigtenzahlen um 4,8 Prozent auf knapp 24.000 Erwerbstätige.

Im Rahmen der Fashion Week gibt es rund 50 Modenschauen, Messeplattformen, Showrooms. Genau genommen ist die Mercedes-Benz Fashion Week (MBFW) eines von zehn Formaten der Fashion Week. Nach Tagesspiegel-Informationen sind aktuell einige Alternativkonzepte zur MBFW in Vorbereitung, mindestens eines davon wird bereits im Juli 2017 stattfinden. Die Messen (Premium/Panorama/Green) sind der erfolgreiche Kern der Berlin Fashion Week.

Die Wirtschaftsverwaltung fördert zwei Modenschauen und sechs Präsentationen zugunsten Berliner Modelabels im Rahmen des Modesalons zur Berlin Fashion Week im Juli 2017 mit knapp 50.000 Euro.

In der Branche wird durchaus begrüßt, dass Mercedes gerade alles umkrempeln will bei der Fashion Week. Für Insider geht es vor allem darum, die Stadt als Modestandort voranzubringen und international noch wettbewerbsfähiger zu machen. Dafür muss man neue Wege gehen.

Marie-Luise Berg ist Vorstandsvorsitzende des Fashion Council Germany (FCG) und sieht den Veränderungswillen bei Mercedes-Benz als Bekenntnis zu Berlin. „Die Stadt wird weltweit als eine der kreativsten Metropolen angesehen, und Mercedes bringt eine große Expertise mit.“ Für sie macht es viel Sinn, das auch beizubehalten. Andererseits müssten neue Formen und Formate her. Berg ist zuversichtlich, dass dies gelingt. Sie lobte die Unterstützung des Senats, mit dem jetzt schon das dritte Mentorenprogramm aufgelegt werde.

FCG-Gründungsvorstand Mandie Bienek erklärte, dass es für neue Labels gar nicht mehr interessant sei, im großen Zelt gezeigt zu werden, schon weil die Schauen so aufwendig seien. "Wir wollen die jungen Talente fit und international wettbewerbsfähig machen."

Auch die Sprecherin von Mercedes-Benz betonte, dass das Unternehmen sein Engagement in Sachen Mode weder auf Berlin bezogen noch weltweit zurückfahren wolle. „Wir arbeiten derzeit an neuen, innovativen Initiativen und Plattformen“, sagte sie. Unter welchem Label das stattfindet, steht noch nicht fest.

Beim Berliner Mode Salon ist die Freude groß. „Wir sind glücklich, dass Mercedes-Benz das Engagement schon für den Sommer gesteigert hat, und hoffen natürlich, dass das noch weiter wächst, damit wir zusätzlichen Gestaltungsspielraum bekommen“, sagte Sprecher Pepe Burkhardt. Vom 4. bis 7. Juli werden etwa 70 Designer im Rahmen der letzten Mercedes-Benz Fashion Week ihre Kollektionen zeigen.

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