Berlin-Köpenick : 80-Jähriger stirbt nach Wildschweinbiss

Der Mann erlitt vermutlich einen Herzanfall durch die Aufregung, seine Frau liegt nach der Attacke im Krankenhaus. Wer einem Tier begegnet, müsse die Ruhe bewahren, raten Jagdpächter.

Eigentlich fliehen Wildschweine vor Menschen. Doch es gibt auch dann und wann gefährliche Attacken.
Eigentlich fliehen Wildschweine vor Menschen. Doch es gibt auch dann und wann gefährliche Attacken.Foto: dpa

Ein 80-jähriger Berliner hat die Attacke eines Wildschweins nicht überlebt. Allerdings starb der Rentner nicht am Biss des Tieres, sondern vermutlich durch die Aufregung an einem Herzanfall. Als der um 12.26 Uhr alarmierte Rettungshubschrauber des Unfallkrankenhauses Berlin am Freitagmittag eintraf, war der Mann schon tot. Seine Ehefrau, die ebenfalls auf dem eigenen Grundstück vom Wildschwein attackiert und gebissen worden war, wurde mit einem Rettungswagen in eine Brandenburger Klinik gebracht. Das Ehepaar J. wohnt im äußersten Südosten Berlins, am Rand des Bezirks Treptow-Köpenick. Das Grundstück ist das letzte bebaute einer Straße, an zwei Seiten grenzt es direkt an einen Wald.

In der Regel flüchten Wildschweine bei Kontakt mit Menschen. Doch verletzte oder sich bedroht fühlende Tiere können auch kräftig zubeißen und sogar Menschen töten. Im Oktober 2012 etwa hatte ein 120 Kilo schweres Wildschwein in Charlottenburg-Nord nahe der Jungfernheide drei Menschen attackiert und leicht verletzt, bevor es ein Polizist mit seiner Pistole erlegen konnte. Zuvor war der Keiler von einem Auto angefahren und an den Hinterläufen verletzt worden. Er habe sich in ein nahes Gebüsch zurückgezogen und von dort aus einen älteren Mann angegriffen, als dieser vorüberging. Als eine Frau dem Mann zu Hilfe kommen wollte, ging das Tier auch auf diese los. Auch auf eine herbeigerufene Polizeistreife stürmte der Keiler wenig später zu und verletzte einen Beamten am Bein. Im Oktober 2008 wurde ein Berliner Jäger in Brandenburg sogar von einem Wildschwein getötet.

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Rosie Koch und Roland Gockel blicken auf ihr "Wildes Berlin". Ein einhalb Jahre Drehzeit, viele gute Tipps von Berlinern, die in ihrer Umgebung wilde Tiere ins Herz geschlossen haben und viele Gespräche waren nötig, um ihre zweiteilige Dokumentation fertig zu stellen, die am 1. Januar und am 5. Januar jeweils um 18.40 Uhr beim RBB zu sehen ist.

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Brandenburger Jagdpächter berichten von vielen Autounfällen mit Wildschweinen - wie Peter Hemmerden, Jagdpächter in Kleinmachnow und Stahnsdorf. Viele Tiere kämen aus dem Berliner Forst, „und dort ist der Jagddruck meiner Meinung nach zu gering“, sagt Hemmerden. Die Jagd sei wichtig, andernfalls fressen die Tiere im Wald frische Triebe ab und zertreten Jungbäume. Auch würden so Ausbreitungen von Krankheiten verhindert. Wildschweine sind auch in seinem Revier – südwestlich Berlins gelegen – keine Seltenheit. Gerade auf den bei Fußgängern beliebten Strecken in Wäldern oder an Wiesen kann man die Tiere antreffen.

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Jagdpächter Hemmerden rät bei solchen Begegnungen zur Ruhe. Wer beim Spaziergang auf Wildschweine trifft, sollte sich keine Sorgen machen: „Wildschweine sind keine Raubtiere.“ In der Regel flüchten die Tiere – das gilt aber nicht zu jeder Jahreszeit. Wer die Tiere reizt oder wenn sie im Frühjahr ihre Jungen beschützen wollen, können sie auch mal zubeißen. „Dann kann man versuchen, Krach zu machen, um die Tiere so zu beeindrucken.“ Hundebesitzer sollten ihre eigenen Tiere in Wildschweingebieten stets an der Leine führen.

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