Berlin-Kreuzberg : Berlins bester Radweg ist am Moritzplatz

Die Unfallzahlen mit Radfahrerbeteiligung am Moritzplatz sind innerhalb eines Jahres deutlich gesunken. Die BUNDjugend hat den Platz nun ausgezeichnet.

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Signalfarbe: Am Moritzplatz fahren Radfahrer jetzt sicherer.
Signalfarbe: Am Moritzplatz fahren Radfahrer jetzt sicherer.Foto: Britta Pedersen/dpa

Alles soll weiter geheim bleiben. Ausgerechnet zum ersten von der Senatsverkehrsverwaltung organisierten Arbeitskreis „Radschnellwege in Berlin“ am heutigen Donnerstag sind die Initiatoren der Idee nicht eingeladen worden. Sie haben sogar eine förmliche Absage erhalten, da die Sitzung nicht öffentlich sei. Zu der Sitzung sei nur ein von der Verwaltung ausgewählter Teilnehmerkreis eingeladen, heißt es in der Absage. Und dann bittet die Verwaltung noch, „des Weiteren davon abzusehen, sich für kommende Veranstaltungen zu der Thematik eigenständig anzumelden“.

Das passe zur bisherigen uninspirierten Radpolitik des Senats, kommentierte Til Lehmann, der „Erfinder“ eines Radschnellweges auf der stillgelegten Trasse der so genannten Stammbahn, auf der 1838 die ersten Züge in Preußen von Berlin nach Potsdam fuhren.

Unfallzahlen mit Radfahrerbeteiligung verringerten sich um 37 Prozent

Was gut gestaltete Radwege bringen können, zeigt der Moritzplatz in Kreuzberg. Jahre hatte es gedauert, bis die unfallträchtigen Radwege im Kreisverkehr ummarkiert worden waren. Die Autospuren wurden schmaler, die Flächen für den Radverkehr vergrößert. An den Straßeneinmündungen wurden die Radspuren Rot unterlegt und in Richtungsspuren unterteilt. Zudem entstand eine Mittelinsel auf der südlichen Prinzenstraße, um das Queren der Fahrbahn zu erleichtern.

Das Ergebnis: Nach Angaben der Verkehrsverwaltung verringerten sich innerhalb eines Jahres die Unfallzahlen, an denen Radler beteiligt waren, um rund 37 Prozent. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten sowie die pauschalen Unfallkosten sind um die Hälfte gesunken.

Die BUNDjugend hat den ummarkierten Moritzplatz jetzt nach einer Umfrage mit dem Preis „Goldene Klingel“ ausgezeichnet.

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