Berlin-Lichtenberg : 19-stündige Signalstörung bremst S-Bahn aus

Ein widerspenstiges Signal hat auf den S-Bahn-Linien S 5, S 7 und S 75 umfangreiche Ausfälle und Verspätungen verursacht. Erst wurde es repariert, dann fiel es erneut aus. Am Ende mussten Ersatzteile aus Wuppertal her.

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Die S-Bahn (hier ein Archivbild) hatte jetzt gleich auf mehreren Strecken Probleme mit Signalstörungen. In Lichtenberg gar 19 Stunden lang.
Die S-Bahn (hier ein Archivbild) hatte jetzt gleich auf mehreren Strecken Probleme mit Signalstörungen. In Lichtenberg gar 19...Foto: Sören Stache/dpa

Eine ungewöhnlich lang dauernde Signalstörung hat von Mittwoch bis Donnerstag die S-Bahn ausgebremst. Im Bereich Lichtenberg war nach Angaben eines Bahnsprechers am Mittwoch gegen 13 Uhr ein Signal ausgefallen, erst am Donnerstag früh gegen 8.20 Uhr konnten die Bahnen wieder uneingeschränkt fahren. Vorher waren Fahrten ausgefallen oder es gab Verspätungen. Betroffen waren die nachfragestarken Linien S 5, S 7 und S 75 auf der Ost-West-Strecke.

Das Signal sei zunächst repariert worden, dann aber erneut ausgefallen, sagte der Sprecher. Für die nochmalige Reparatur habe man dann Ersatzteile aus Wuppertal beschaffen müssen, weshalb sich die Arbeiten verzögert hätten. Auch am Ostkreuz sei ein Signal ausgefallen, das zum Schaltkreis des Lichtenbergers Pendants gehört habe. Hierdurch wurde der Zugverkehr zusätzlich beeinträchtigt. Eine weitere Signalstörung hatte es am Mittwoch zudem in Birkenwerder gegeben, die zu Ausfällen und Verspätungen bei den Linien S 1 und S 45 führte.

Eine Häufung von Störungen sei nicht festzustellen, sagte der Sprecher weiter. Zuständig für die Wartung der Signale ist der Bereich Netz der Bahn AG. Ihm war in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen worden, an der Unterhaltung zu sparen, um einen Gewinn ausweisen zu können. Die Bahn wies dies stets zurück.

S-Bahn modernisiert Signalsystem für 130 Millionen Euro

Derzeit modernisiert die Bahn das Signalsystem der S-Bahn. Die alten mechanischen Fahrsperren aus der Frühzeit des elektrischen Betriebs, die verhindern, dass ein Zug ein Rot zeigendes Signal passiert, werden durch ein elektronisches System ersetzt, das auch die Geschwindigkeit der Züge überwachen kann, was bisher nicht möglich war. Die Kosten der Umrüstung sind mit 130 Millionen Euro veranschlagt. Die Arbeiten dauern noch mehrere Jahre.

Weitere technische Ursachen für Ausfälle oder Verspätungen waren zuletzt mehrfach auch nicht funktionierende Schrankenanlagen, für deren Wartung ebenfalls der Netzbereich des Bahnkonzerns zuständig ist. Weichenstörungen dagegen waren selten. Aber auch defekte Fahrzeuge hatten mehrere Male den Betrieb beeinträchtigt, was die S-Bahn selbst zu verantworten hat. Und zudem gab es die fast regelmäßigen Polizei- und Notarzteinsätze.

Die S-Bahn hatte nach der aktuellsten Statistik des Verkehrsverbundes Berlin- Brandenburg (VBB) im Februar 98,4 Prozent der vorgesehenen Fahrten geschafft; 96,9 Prozent waren pünktlich. Erfüllt die S-Bahn die vorgegebenen Werte nicht, kürzt ihr der Senat die Zuschüsse.

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