Berlin-Mitte : Suhrkamp baut neuen Verlagssitz in Berlin

An der Torstraße in Mitte baut der Verlag Suhrkamp einen neuen Sitz für seine Mitarbeiter. Für das Bauprojekt müssen in Berlin erneut Bäume gefällt werden. Eine Genehmigung des Bezirks liegt vor.

Der Verlag Suhrkamp, der vor sieben Jahren von Frankfurt nach Berlin zog, baut derzeit einen neuen Sitz für seine Mitarbeiter.
Der Verlag Suhrkamp, der vor sieben Jahren von Frankfurt nach Berlin zog, baut derzeit einen neuen Sitz für seine Mitarbeiter.Foto: Mike Wolff

Und wieder fallen Bäume unter dem Kreischen der Kettensäge: Dieses Mal an der Torstraße in Mitte, um Platz zu schaffen für einen Neubau. Bauherr ist der renommierte Verlag Suhrkamp, er errichtet den neuen Sitz für seine Mitarbeiter, die vor sieben Jahren von Frankfurt am Main nach Berlin umgezogen waren.

Anwohner hatten nach ersten Rodungen von Sträuchern und dem Abriss einer Imbiss-Bude aufgemerkt, Zettel geschrieben und Luftballons an Bäume gebunden. „Hier ist eine der wenigen Grünflächen im Quartier und die zehn Bäume haben einen stattlichen Umfang“, sagt einer, der nicht genannt werden will.

Der Neubau könnte den neuen Stadtplatz von Torstraße abschirmen

Beim Verlag selbst bestätigt Tanja Postpischil, Mitglied der Geschäftsleitung, dass die Fällung noch an diesem Montag stattfinden solle. Eine Genehmigung des Bezirks liege vor. Die Baulücke sei nur den Zeitläuften zu schulden gewesen, früher habe dort ein Gebäude des Architekten Hans Poelzig gestanden, der den Rand des Blockes zwischen Tor- und Rosa-Luxemburg-Straße zu 80 Prozent ausgefüllt habe. Dagegen werde der Suhrkamp-Verlag das Grundstück zu nicht mal einem Drittel bebauen und „vor dem Gebäude entsteht ein neuer städtischer Platz mit Grünflächen, Bäumen, Sitzbänken und einer Caféterrasse“.

Für die Bewohner des Kiezes könnte das den Vorteil haben, dass die Grünfläche nicht mehr komplett dem brandenden Verkehr ausgesetzt ist. So beschreibt es jedenfalls der Verlag: Der Neubau schirme den neuen Stadtplatz von der viel befahrenen Torstraße ab. Eine spätere Bebauung sei „sowohl rechtlich als auch durch die Ausrichtung der Gebäude ausgeschlossen“, hieß es.

Der Suhrkamp-Verlag zog im Jahr 2010 von Frankfurt nach Berlin und zunächst an die Pappelallee. Von dort sollte es eigentlich an die Brüderstraße gehen, doch die Pläne wurden geändert, nun wird an der Torstraße gebaut.


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