Berlin-Neukölln : Aula in Britz gesperrt: Mittagessen auf dem Schulhof

In der Fritz-Karsen-Schule in Britz mussten die Schüler am Freitag unter freiem Himmel essen, weil die Aula gesperrt worden war - aus Brandschutzgründen.

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Die Fritz-Karsen-Schule in Britz ist eine Gemeinschaftsschule.
Die Fritz-Karsen-Schule in Britz ist eine Gemeinschaftsschule.Foto: privat

Die Schüler der Fritz-Karsen-Schule in Britz freuten sich, die Eltern und Lehrer fanden es weniger gut: Am Freitag aßen rund 350 Kinder ihr Schulmittagessen auf dem Hof unter freiem Himmel – weil die Aula, in der normalerweise gegessen wird, gesperrt werden musste. Der Vorschlag, das Essen nach draußen zu legen, sei von Elternvertretern gekommen, sagt Schulleiter Robert Giese. Sonst hätte das Essen ganz ausfallen müssen.

Die Sperrung der Aula war notwendig geworden, weil die Bauaufsicht des Bezirks Neukölln bei einer Begehung am 24. März Brandschutzmängel festgestellt hatte. Die Vorhänge in der über zehn Meter hohen Aula ließen sich nicht mehr ganz aufziehen und verdeckten die Entrauchungsklappen. Zudem monierte die Bauaufsicht, dass brennbares Material, wie etwa ein Sofa, Fluchtwege versperrte.

Warum die Aula erst jetzt gesperrt wurde, obwohl die Mängel schon seit dem 24. März bekannt waren, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Schulleiter Giese sagt, er sei erst am 1.April schriftlich zu der Sperrung aufgefordert worden, aus dem Bezirksamt heißt es dagegen, dass es direkt nach der Begehung eine mündliche Anweisung gab.

„Dass die Vorhänge nicht in Ordnung waren, haben wir dem Bezirksamt schon vor einem Jahr gemeldet“, sagt Giese, doch seitdem sei nichts geschehen. Ein Austausch sei zu teuer und würde über 20 000 Euro kosten, hätte er als Antwort bekommen. Bildungsstadträtin Franziska Giffey (SPD) sagt dagegen, dass damals von dem Brandschutzproblem bei den Vorhängen noch nichts bekannt gewesen sei, und deshalb keine neuen angeschafft wurden. Giffey kritisiert zudem, dass es durchaus Alternativen zum Freiluft-Mittagessen gegeben hätte: Die Schüler hätten zum Beispiel in den Klassenzimmern essen können.

Das müssen sie wohl auch in Zukunft nicht. Denn am Freitag montierte eine Firma auf Anweisung des Bezirks die Vorhänge ab, und auch das Sofa ist inzwischen weggeräumt, so dasss die Aula wahrscheinlich schon am Montag wieder benutzt werden kann.

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