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Berlin-Neukölln : Karl-Marx-Straße für 80 Wochen gesperrt

Schon bisher ist es kein Vergnügen, über die Karl-Marx-Straße in Neukölln zu fahren. Nun wird sie zur Dauerbaustelle. In Richtung Süden ist die Straße seit Dienstag gesperrt. Erste Staus gab es schon.

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Bauarbeiten in der Karl-Marx-Straße. Diese ist ab demnächst gesperrt.
Bauarbeiten in der Karl-Marx-Straße. Diese ist ab demnächst gesperrt.Foto: dpa

Es kam, wie es kommen musste: Am ersten Tag mit der Richtung Süden gesperrten Karl-Marx-Straße in Neukölln kam es zum Stau, Autofahrer waren nach Angaben des Verkehrswarndienstes Traffic Service Berlin am Dienstag durchschnittlich 15 Minuten länger unterwegs als sonst. Die Karl-Marx-Straße ist voraussichtlich bis Ende 2015 zwischen Werbellinstraße und Schierker Straße Richtung Britz gesperrt. Die BVG dichtet hier den Tunnel der U-Bahn-Linie U 7 ab; außerdem wird die Fahrbahn erneuert. Stau gab es auch auf der empfohlenen Umleitungsstrecke über die Hermannstraße. Dort gibt es zwischen der Okerstraße und der Thomasstraße in beiden Richtungen wegen einer Baustelle nur jeweils eine Fahrspur. Auch an weiteren Alternativstrecken wie der Sonnenallee wird gebaut. Wer kann, sollte Neukölln großräumig umfahren. Und zwar auch in den nächsten Wochen.

Weihnachten 2015 soll die Karl-Marx-Straße fertig sein

Insgesamt ist eine Bauzeit von rund 80 Wochen veranschlagt. Stadtrat Thomas Blesing rechnet mit einem Abschluss der Arbeiten zu Weihnachten des kommenden Jahres. Anders als im 2012 beendeten ersten Bauabschnitt ist die Straße im jetzt betroffenen Bereich zu eng, um während der Arbeiten in beiden Richtungen befahren zu werden. Ursprünglich sollte sie sogar komplett gesperrt werden, dagegen hat sich der Bezirk erfolgreich gewehrt. Jetzt ist sie in Fahrtrichtung Norden zwischen Schierker- und Werbellinstraße als Einbahnstraße ausgewiesen.

In Richtung Süden wird als Umleitungsstrecke die Route über Hermannstraße, Britzer Damm und Blaschkoallee empfohlen. Laut Blesing ist das allerdings keine wirkliche Alternative, denn auch die Hermannstraße ist zwischen Oker- und Thomasstraße noch bis Ende Oktober wegen des Einbaus eines Aufzugs am U-Bahnhof Leinestraße ein Nadelöhr. Und in der Sonnenallee zwischen Saalestraße und Dammweg schafft bis zum Jahresende eine Baustelle mit Fahrbahnverschwenkung Probleme. Auf dem Mariendorfer Damm steht bis Ende August stadteinwärts zwischen Prühß- und Eisenacher Straße auch nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Von der Sperrung ist auch die Buslinie N7 betroffen, die nachts die U7 ersetzt. Sie wird in Richtung Flughafen Schönefeld über Erkstraße, Sonnenallee und Saalestraße umgeleitet.

Autofahrer sollen „großzügig“ eine andere Route wählen

Thomas Blesing rät allen Autofahrern, „großzügig“ andere Routen zu wählen. Er setzt darauf, dass sich zumindest die ortskundigen Autofahrer eigene Schleichwege suchen werden. Bei der Autobahnbaustelle an der Grenzallee sei das erwartete Verkehrschaos auch ausgeblieben, sagt der Stadtrat. Voraussichtlich bis Ende 2015 wird die Straße, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen, in Richtung Süden gesperrt. Werktäglich wird sie von rund 21 000 Fahrzeugen passiert. Auch auf den Umleitungsstrecken gibt es Engpässe, damit ist das Verkehrschaos eigentlich vorhersehbar. Wer nicht unbedingt dorthin muss, sollte den Bezirk Neukölln weiträumig umfahren. Zudem saniert die BVG in fünf Abschnitten die Tunneldecke der darunter verlaufenden U7, die U-Bahn fährt aber weiter. Weil der Tunnel streckenweise direkt neben den Fundamenten der Mietshäuser verläuft, müssen diese umfassend abgestützt werden. Zudem werden Leitungen erneuert. Eigentlich sollten die Arbeiten schon Mitte Juli beginnen. Weil es Probleme mit der Umstellung der Verkehrsampeln gab, hat sich der Baustart bis jetzt verzögert. Und nun verzögert sich täglich der Verkehr.

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