Berlin vor allem für Senioren gefährlich : Wieder mehr Tote im Straßenverkehr

Im Jahr 2014 starben in Berlin 50 Menschen im Straßenverkehr. Besonders auffällig sind die vielen Senioren unter den Opfern. Eine Erklärung dafür hat die Polizei nicht.

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Ob mit dem Auto oder zu Fuß - immer mehr Senioren sind heutzutage mobil. Dadurch werden sie jedoch auch häufiger Opfer von Unfällen, die immer wieder tödlich enden.
Ob mit dem Auto oder zu Fuß - immer mehr Senioren sind heutzutage mobil. Dadurch werden sie jedoch auch häufiger Opfer von...Foto: dpa

Drei Menschen starben in den vergangenen Tagen auf Berliner Straßen. Alle drei Tote waren Senioren. Am Sonntagabend wurde in Lichterfelde eine 75-Jährige Unter den Eichen von einem Seat erfasst. Nach Polizeiangaben trat sie gegen 17.30 Uhr auf die Fahrbahn. Ob die Frau unachtsam war oder der Autofahrer, soll jetzt die Polizei herausfinden. Die Frau starb noch am Unfallort. Der 47-jährige Fahrer des Autos kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Während der Unfallaufnahme war die Straße Unter den Eichen zwischen Dahlemer Weg und Drakestraße gesperrt.

Die 75-Jährige ist in diesem Jahr das 50. Verkehrsopfer und die 19. getötete Fußgängerin. Am 9. Dezember waren zwei Fußgänger ums Leben gekommen, einer in Schmargendorf, einer in Moabit an der Turmstraße. Auch in der Teplitzer Straße in Schmargendorf soll der Fußgänger, ein 73-Jähriger, auf die Straße getreten sein, ein Autofahrer konnte nicht mehr bremsen. Eher untypisch ist der zweite Unfall an jenem Tag. Auf der Turmstraße geriet ein Autofahrer auf den Gehweg, angeblich weil er einem wendenden Auto ausweichen wollte. Dabei erfasste er einen auf dem Gehweg laufenden 69-Jährigen und stieß anschließend gegen die Eingangstür einer Apotheke. Wie schnell die Autofahrer bei diesen tödlichen Unfällen waren, konnte die Polizei nicht sagen.

Der Anteil der Autofahrer an den Verkehrstoten sinkt

Erstmals seit 2011 wird es in diesem Jahr damit 50 Tote geben. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Verkehrsopfer auf den historischen Tiefststand von 37 gesunken, 2012 waren es 42 und 2011 noch 54. Die aktuelle Zunahme sei im Bereich der üblichen Schwankungen, heißt es bei der Polizei. Tendenziell sinkt die Zahl der Toten seit vielen Jahren kontinuierlich. 1990 starben 226 Menschen, im Jahr 2000 noch 89. Der Anteil der schwächeren Verkehrsteilnehmer, also Fußgänger und Radfahrer, ist in dieser Zeit jedoch deutlich gestiegen und liegt mittlerweile bei 60 bis 80 Prozent. Dass die Zahl der getöteten Autofahrer gesunken ist, liegt an den für Insassen immer sicherer gewordenen Autos.

19 der 50 Toten waren 65 Jahre oder älter, das sind knapp 40 Prozent. Im Vorjahr waren es nur 21 Prozent. Eine Erklärung für diesen „Riesensprung“, so ein leitender Beamter, gibt es nicht. Neben dem demografischen Wandel sind die älteren Menschen nach Einschätzung der Polizei jedoch heutzutage mobiler als frühere Generationen und damit häufiger unterwegs, egal ob zu Fuß, mit dem Auto oder per Rad. Die beiden ältesten Verkehrstoten waren in diesem Jahr 90 und 91 Jahre alt.

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