BERLINALE SHORTS : Filme wie Gedichtbände

HAUPTSACHE KURZ

Leontine Arvidsson

steht nackt vor einer Tür und malt mit Filzstift ihre Umrisse auf das Holz. Sie tritt einen Schritt zurück und klatscht ein Silikonimplantat an die Stelle auf Höhe ihrer Brüste. „Girl with Marker“ ist nur drei Minuten lang. Ein Film wie ein Gedicht, völlig entgegen den Sehgewohnheiten. Die Reihe „Berlinale Shorts“ zeigt ungewöhnliche Filme.

SPIELREGELN

Die Filme dürfen nicht länger als 30 Minuten sein. Insgesamt 27 Kurzfilme, allesamt Weltpremieren, starten in den Wettbewerb des Festivals und werden zwischen dem 7. und 15. Februar in ausgewählten Kinos gezeigt. Der Goldene und Silberne Bär für den besten Kurzfilm werden bei der Preisverleihung am Samstag, dem 16. Februar 2013 im Berlinale Palast vergeben.

SCHWERPUNKT ISLAM

Das Genre ist völlig offen. Künstlerische Einsendungen, Dokumentationen, Animationen oder kurze Spielfilme sind möglich. Ein kleiner Schwerpunkt liegt in diesem Jahr aber auf der islamisch geprägten Welt und der Rezeption von Frauen in der Gesellschaft. In „Sancity“ spielt Areej Ahd eine schwangere Witwe, die die Trennung der Geschlechter in ihrem Land überwinden muss, um ihr Kind zu retten. In „About Ndugu“ sucht Daniel Itumo in seinem Dorf in Afrika eine Frau für seinen Pflegevater. Young Yumi nähert sich der Rolle der Frau in ihrem Animationsfilm „Love Film“ als Zusammenspiel der beiden Geschlechter und lässt ihre Figuren stereotype Situationen auf einzigartig künstlerische Weise durchleben. sny

Das Programm finden Sie unter www.berlinale.de

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