Berliner Club : White Trash wehrt sich gegen feindliche Übernahme

Der Festsaal Kreuzberg will an den Standort des White Trash in Treptow ziehen. Doch der Eigentümer bevorzugt andere Investoren.

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Gut und schmutzig. Das neue „White Trash“ will an Traditionen des alten Clubs in Prenzlauer Berg anknüpfen.
Gut und schmutzig. Das neue „White Trash“ will an Traditionen des alten Clubs in Prenzlauer Berg anknüpfen.Foto: picture alliance / dpa

Der Inhaber des insolventen Musikclubs „White Trash“ in Treptow wehrt sich gegen die Übernahme durch ein Konsortium von Kulturmanagern, die den Festsaal Kreuzberg reaktivieren wollen. „Die Angelegenheit mutet reichlich merkwürdig an“, sagte White Trash-Eigentümer Walter Potts. Es gebe bislang weder einen Kaufvertrag noch eine Zustimmung der Gläubigerversammlung.

Potts favorisiert eine andere Lösung. Er möchte mit der Flutgraben Live GmbH kooperieren, zu der laut Potts auch der Berliner Radiosender FluxFM gehört. „Mit den Gesellschaftern der Flutgraben GmbH haben wir in den vergangenen Wochen einen tragfähigen Plan entwickelt.“ Danach soll das White Trash mit Potts und seinen Mitarbeitern weitergeführt, durch die „Aktivierung der Veranstaltungshalle“ aber wirtschaftlich tragfähiger gemacht werden. „Die Flutgraben Live GmbH hat zugesichert, dafür im ersten Schritt Investitionen bis zu einer Million Euro bereit zu stellen.“ Es sei eine enge Zusammenarbeit mit der Berliner Veranstalterszene und FluxFM geplant.

Insolvenzverwalter Udo Feser war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er kann die Geschicke des Clubs auch ohne die Zustimmung des Eigentümers neu regeln, wenn die Gläubiger damit einverstanden sind. Laut Potts liegen allerdings neben dem Angebot des Konsortiums aus dem Umfeld des Festsaals Kreuzberg noch zwei weitere vor, die deutlich höhere Kaufpreise enthielten.

Der Festsaal Kreuzberg war vor dreieinhalb Jahren abgebrannt und konnte nicht wiederbelebt werden, da der Eigentümer andere Pläne verfolgte. Jetzt wollen die vier Festsaal-Betreiber rund um Björn von Swieykowski ihren Club ins White Trash verlagern. „Gute Konzerte“ und „schmutzige Partys“ soll es in der Halle nahe dem Arena-Gelände geben, der Clubname Festsaal Kreuzberg soll trotz der geografischen Irreführung erhalten bleiben. Für viele Partygänger ist die Ausgehzone am Flutgraben ohnehin ein Teil des Kreuzberger Nachtlebens.

Neben dem alten Festsaal-Team wollen sich auch Veranstalter der Clubs und Konzerthäuser Astra, Lido, Bi Nuu und Kalkscheune an der Übernahme des White Trash beteiligen. Etablierte Clubräume, die keine Lärmstreitigkeiten mit den Nachbarn auf sich ziehen, sind begehrt. Zudem liegt das Arena-Gelände noch innerhalb des S-Bahnrings. Die letzten Versuche, „jotwede“ in Oberschöneweide Clubs aufzuziehen, sind schon nach kurzer Zeit gescheitert. Nach dem Kiki Blofeld musste im Sommer auch das Weyde3 aufgeben.

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