Berliner Olympiabewerbung : Keine Spiele ohne Unterstützung des Bundes

Für eine Olympiabewerbung braucht Berlin Finanzhilfe – zugesagt ist die noch nicht. Allein die internationale Bewerbung würde 50 bis 60 Millionen Euro kosten.

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1,8 bis 2,2 Milliarden Euro könnten die Olympischen Spiele in Berlin kosten.
1,8 bis 2,2 Milliarden Euro könnten die Olympischen Spiele in Berlin kosten.Foto: dpa

Die Bundesregierung unterstützt „grundsätzlich“ eine deutsche Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Allerdings sei die „Thematik einer möglichen Olympia-Bewerbung“ noch nicht an sie herangetragen worden. „Zum jetzigen Zeitpunkt“ könnten deshalb auch keine Angaben darüber gemacht werden, ob sich die Bundesregierung im Falle einer deutschen Bewerbung an den Kosten beteiligen würde. Dies geht aus der Antwort einer schriftlichen Frage des Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz hervor.

Fragenkatalog muss bis zum 31. August beantwortet werden

Bis 31. August müssen die beiden Bewerberstädte Berlin und Hamburg Antworten auf einen Fragenkatalog an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verschickt haben. Das Interessenbekundungsverfahren kostet Berlin etwa 100 000 Euro, eine internationale Bewerbung 50 bis 60 Millionen Euro. Sportsenator Frank Henkel (CDU) hatte wie berichtet die Kosten für die Durchführung von Olympischen und Paralympischen Spielen auf 1,8 bis 2,2 Milliarden Euro beziffert.

Schulz, Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestags, warnte vor finanziellen Risiken. „Eine Bewerbung von Berlin macht nur Sinn, wenn sie finanziell grundsolide geplant ist“, sagte Schulz dem Tagesspiegel. Würde Berlin auf Verlusten „sitzen bleiben, ist das nicht akzeptabel“. Er forderte eine finanzielle Unterstützung des Bundes von etwa 50 Prozent der Kosten.

Im Dezember fällt die Entscheidung des DOSB

Das Bundesinnenministerium weist in seiner Antwort darauf hin, dass man sich an einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung „München 2018“ mit 582 Millionen Euro für Verkehrsinfrastrukturprojekte beteiligt hätte. An den geplanten Kosten für die Paralympischen Winterspiele in Höhe von 70 Millionen Euro hätte die Bundesregierung knapp 15 Millionen Euro getragen. Außerdem hätte der Bund im Falle einer Vergabe an München ein Drittel der olympiabedingten Kosten der Sportstätten in Höhe von 70 Millionen Euro als Festbetrag zugesagt und sich an den geschätzten Kosten der einzelnen Umweltprojekte mit bis zu elf Millionen Euro beteiligt.

Der Berliner Senat wird den Bewerbungskatalog für Olympische und Paralympische Spiele am kommenden Dienstag beschließen, der anschließend dann dem DOSB zugesandt wird. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist sollen dem Vernehmen nach ab dem 1. September die Antworten auf den Fragenkatalog vom Sportbund im Internet veröffentlicht werden – sowohl von Berlin als auch von Hamburg. Am 6. Dezember entscheidet dann der DOSB, ob und mit welcher deutschen Stadt sich Deutschland für die Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben wird.


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