Berliner Plätze : Viele Stelen, wenig Grün: Der neue Rankeplatz gefällt nicht allen

Der Rankeplatz hat nicht nur ein neues Gesicht, sondern wird am kommenden Montag auch umbenannt in Friedrich-Hollaender-Platz.

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BerlinBesonders gemütlich war es an der verkehrsreichen Kreuzung Lietzenburger und Joachimstaler Straße nie. Ein Leser aus der angrenzenden Schaperstraße empfand den Rankeplatz früher aber trotzdem als „kleine, grüne Oase“ mit Beeten, etwas Rasen und einer „üppig blühenden, kunstvoll durch einen Stützzaun geflochtenen Rosenhecke“ als Begrenzung zur Bundesallee. Jetzt prägen graue Stelen in unterschiedlicher Höhe den Platz.

Der Leser fühlt sich an „Mini-Luftbrückendenkmäler“ erinnert und glaubt, dass „die Fehlplanung in der Zukunft unter hohem Kostenaufwand wieder beseitigt werden muss“. Passanten zogen auch schon Vergleiche mit dem Holocaust-Mahnmal an der Behrenstraße in Mitte. Der Anblick der Stelen könne „erst einmal irritierend“ wirken, gibt der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Marc Schulte (SPD) zu. Eigentlich sei es den Landschaftsarchitekten aber um einen „modernen Stadtplatz“ gegangen. Schulte war nicht an der Planung beteiligt, die unter seinem Amtsvorgänger Klaus-Dieter Gröhler (CDU) begonnen hatte.

Die niedrigsten Stelen können Besucher als Sitzgelegenheiten nutzen, die größeren Stelen wurden zum Springbrunnen. Darüber hinaus wird am Montag eine Stele enthüllt, die an den neuen Namensgeber Friedrich Hollaender (1896 bis 1976) erinnert. Der Komponist, Kabarettist und Schriftsteller lehrte einst am benachbarten Joachimsthalschen Gymnasium, der heutigen Musik-Fakultät der Universität der Künste (UdK) in der Bundesallee. Seine Tochter Melodie Hollaender will zur Platzumbenennung da sein, die mit einem Festakt im UdK-Konzertsaal beginnt.

Von bislang 47 Autostellplätzen direkt auf dem Platz blieben 25 übrig. Zu den Nutzern gehören Angestellte der Firmen in angrenzenden Bürohäusern sowie Kunden von Läden in der Lietzenburger und Joachimstaler Straße. Das Geld für die neue Anlage, rund 290 000 Euro, hat die Stadtentwicklungsverwaltung aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“ zur Verfügung gestellt. Übrigens bleibt der Name des Historikers Franz Leopold von Ranke (1795 bis 1886) im Stadtbild erhalten – nur einen Steinwurf entfernt verläuft die Rankestraße.

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