Berlinerin tritt bei "Blaze" auf : Tanz in den Admiralspalast

Die Berlinerin Raha Nejad steht Ende März für die Streetdance-Show „Blaze“ auf der Bühne. Sie hat sich gegen 25 Mitbewerber durchgesetzt und sagt: Als Tänzerin braucht man eine dicke Haut - und: "Du darfst nie die sein, die am längsten braucht."

Lea Albrig, Anna Ullrich
Tänzerin Rahad Nejad gehört seit kurzem zur Truppe.
Tänzerin Rahad Nejad gehört seit kurzem zur Truppe.Foto: Kai-Heimberg/ promo

Einer ist ganz besonders dafür verantwortlich, dass Raha Nejad heute ist, was sie ist. Als die zierliche Frau mit den langen schwarzen Haaren von ihm erzählt, stockt sie kurz und wischt eine Träne aus dem Gesicht. Die 30-Jährige schwärmt von einem verstorbenen Künstler, den sie anders verehrt als die meisten: Nicht als Sänger, sondern als Tänzer bewundert sie Michael Jackson seit ihrer Kindheit. Vor 20 Jahren imitierte sie die Tanzschritte des King of Pop zum ersten Mal. Das war im Wohnzimmer ihrer Eltern in Berlin-Lichterfelde. Heute ist sie professionelle Tänzerin. Sie arbeitet als freiberufliche Tanzlehrerin und tanzt auch immer wieder vor auf der Suche nach neuen Anstellungen. So auch vor etwa einem Monat.

Es ist Anfang Februar, eine angespannte Stimmung hat sich vor dem Proberaum der X-Step-Tanzschule in Kreuzberg breitgemacht. Draußen pinnt ein Hinweis: „Audition“ – Vortanzen. Tänzer für die Streetdance-Show „Blaze“ werden gesucht, Ende März wird sie im Admiralspalast gastieren. Die Haupttänzer der Show sind meist dieselben. Nur einige kleinere Rollen werden von Stadt zu Stadt neu vergeben, um möglichst das Gefühl der jeweiligen Metropole zu transportieren. Für die nun zu besetzende Rolle ist es allerdings kein Muss, aus Berlin zu kommen.

"Im Proberaum ist man Einzelkämpfer"

Schwitzende Tänzer stehen an den Fenstern vor dem Saal. Sie sind bereits ausgeschieden. Aus dem Inneren dringen Anweisungen der Choreografin Kendra J. Horsburgh. Sie ist ein Star der Szene, war als Tänzerin unter anderem in dem Film „Street Dance“ zu sehen. Heute leitet sie das Vortanzen. Im Tanzsaal ist von Anspannung dagegen zunächst nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Tänzerinnen und Tänzer haben offenbar Spaß, der auch auf die wenigen Zuschauer überspringt.

Showtime! Blaze tourt über die ganze Welt - ab Ende März auch durch Berlin.
Showtime! Blaze tourt über die ganze Welt - ab Ende März auch durch Berlin.Foto: Roy Beusker/promo

Raha strahlt und gibt ihr Bestes, witzelt mit Kollegen. Was allerdings so locker aussieht, ist harte Arbeit, erzählt sie später. „Wenn man in den Probenraum kommt, ist man immer erst mal Einzelkämpfer.“ Trotzdem müssen sich die Tänzer beim Streetdance auf andere einlassen und sich gemeinsam präsentieren. Das Augenmerk der Jury, bestehend aus Kendra und den Produzenten, liegt bei der Audition vor allem auf Ausstrahlung und Technik. „Ein guter Tänzer muss die Schritte vorausdenken können. Er muss den Beat fühlen“, sagt die Star-Choreografin. Doch Talent und Fleiß reichen meist nicht aus. „Man braucht eine dicke Haut und muss lernen, mit Kritik umzugehen.“ Auch Raha weiß das. „Es ist sehr wichtig, dass man wirklich bereit dafür ist, sich vor Juroren und der ganzen Welt auf der Bühne zu zeigen.“ So emotional sie über ihre Liebe zum Tanzen spricht, so abgeklärt schaut sie auf ihr Business.

Schon 2011 hatte Raha es bei Blaze probiert - damals erfolglos

Bei der Blaze-Audition konnte Raha überzeugen. Die Berlinerin hat sich gegen 25 Mitbewerber durchgesetzt und wird Ende März in der Tanzshow im Admiralspalast zu sehen sein. Das Tanzspektakel war zuletzt in London und Taipeh zu sehen, 2011 und 2012 machte die Show schon einmal Halt in Berlin. In diesem Jahr nun auch mit Raha. Bereits 2011 hatte sie vorgetanzt, damals klappte es noch nicht.

Seit sie fünf ist, lebt die Tänzerin in Berlin. Mit ihren Eltern ist sie einige Male umgezogen, sie wohnte in Lichterfelde, Moabit und Charlottenburg. Bis heute lebt sie in der City-West. „Wenn ich über den Ku’damm laufe, dann fühle ich mich zu Hause“, sagt sie. Aber auch für Kreuzberg schlägt ihr Herz, das Tanzstudio, in dem sie arbeitet, ist hier angesiedelt und viele Tanzevents laufen hier.

Die City West bei Nacht
Spitze Formen. Die Hochhausfassade des Neuen Kranzler-Ecks ragt wie ein Schiffsbug an den Ku'damm. Der vom Architekten Helmut Jahn gestaltete Glaspalast galt nach der Eröffnung im Jahr 2000 als wegweisend für andere Neubauprojekte rund um den Boulevard.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Cay Dobberke
01.01.2015 22:04Spitze Formen. Die Hochhausfassade des Neuen Kranzler-Ecks ragt wie ein Schiffsbug an den Ku'damm. Der vom Architekten Helmut Jahn...

In den nächsten Tagen wird man Raha aber weder auf dem Ku’damm noch in Kreuzberg treffen, am Mittwoch ist sie für die Proben der Show nach London geflogen. Hier wird sie ihre neuen Kollegen zum ersten Mal treffen, in nur fünf Tagen muss sie knapp 20 Choreografien lernen. Das Produzententeam hat sich auch deshalb für Raha entschieden, weil sie blitzschnell lernt. „Du darfst nie die sein, die am längsten braucht“, sagt die Tänzerin. „Man muss schnell begreifen, damit man schnell einsetzbar ist.“ Angeeignet hat sie sich das über viele Jahre hinweg.

Popping - eine Tanzbewegung, die aussieht wie Muskelzucken

Konkret zu sehen bekommt das Publikum Ende März die verschiedensten Variationen von Breakdance. Diese stammen aus der amerikanischen Hip-Hop-Szene der 80er-Jahre und verschmelzen mit modernen Elementen des Streetdance. Einige Grundbewegungen entstehen darüber hinaus aus Improvisationen, die von Choreografen aufgegriffen und verfeinert werden. Geleitet wird die Show von Direktor Anthony Van Laast.

„Popping“, erklärt Raha noch kurz bevor es nach London geht, mag sie besonders gerne. Ein Zittern fährt durch ihren Arm. „Für Außenstehende sieht das aus wie Muskelzucken. Es sind aber gezielte Tanzbewegungen, die man mit anderen Moves kombiniert.“

Wirklich nervös ist sie nicht mehr vor ihren Auftritten, sagt sie. „Aber bei Blaze wird sich das bestimmt wieder ändern.“ Immerhin steht sie dann in ihrer Heimatstadt auf der Bühne, Freunde und Kollegen kommen vorbei „und es kann immer jemand im Publikum sitzen, den man zufällig kennt“.

Blaze – Die Show, vom 24. bis 29. März, täglich um 20 Uhr, sonnabends und sonntags zusätzlich um 15 Uhr im Admiralspalast, Friedrichstraße 101, Mitte. Karten ab 29,50 Euro. www.blazetheshow.com/de

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Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...
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