BERLINS KUNSTBERGE : Dank Kriegsschutt in die Höhe

Schutt und Schrott. Höhenrausch auf den Ahrensfelder Bergen. Foto: Görke
Schutt und Schrott. Höhenrausch auf den Ahrensfelder Bergen. Foto: Görke

BERG DER BERGE

Der Mount Everest von Berlin? Das ist der Große Müggelberg, 114,7 Meter hoch, in der Eiszeit entstanden. Seit Urzeiten war ihm dieser Rang sicher, erst im vergangenen Jahrhundert schickten sich die Berliner an, ihm Konkurrenz zu machen, ohne ihn freilich zu übertreffen. Der Berg-Bau war allerdings kein Selbstzweck, vielmehr Nebenprodukt ihrer sonstigen Aktivitäten, vorneweg des Führens von Kriegen mit den bekannten Folgen.

TEUFELSBERG

Der Hügel mit der alten Radarstation der Amerikaner ist mit 114,7 Metern die höchste künstliche Erhebung Berlins. In Albert Speers „Germania“-Plänen stand dort die Wehrtechnische Fakultät, deren Rohbau gesprengt und ab 1950 mit Trümmerschutt aus kriegszerstörten Gebäuden aufgefüllt wurde.

AHRENSFELDER BERGE

Ursprünglich eine in der Eiszeit entstandene Anhöhe, wurden die Hügel in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als Deponie für Bauschutt und Erdaushub genutzt, die beim Bau der neuen Viertel Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen entstanden waren. Später nutzen sowjetische Soldaten und Anwohner das Gebiet als Müllkippe. Samt einer Aussichtsplattform aus neuerer Zeit ist so eine Erhebung von 114,5 Metern entstanden.

DEPONIE WANNSEE

Auch ohne Kriege hat Berlin kein Problem, Müll in rauen Mengen zu produzieren, neben Kriegs- und Bauschutt das dritte wichtige Baumaterial für künstliche Berge in der Stadt. Um dafür Platz zu schaffen und zugleich Sand und Kies zu gewinnen, buddelte man sich nach Kriegsende erst mal einige Meter in die Tiefe, bis man 1958 wieder daran ging, das Loch mit Müll auszupolstern und alsdann aufzuschichten. 1979, bei 94,8 Metern über Normalhöhennull, war Schluss. Der Hügel ragt noch immer 40 Meter aus der Umgebung. ac

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