Bewerbung startet : Senat rechnet mit Unterstützung der Berliner für Olympia

Die Landesregierung will am Dienstag das Bewerbungsverfahren für die Olympische Spiele einleiten – und geht von einer Zustimmung der Bürger aus.

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Das Olympiastadion in Berlin würde natürlich auch Austragungsort sein.
Das Olympiastadion in Berlin würde natürlich auch Austragungsort sein.Foto: dpa

Der Berliner Senat rechnet offenbar damit, dass die Mehrheit in der Stadt eine Bewerbung Berlins für Olympische Spiele unterstützt. Das geht aus einer Senatsvorlage hervor, die am Dienstag beschlossen werden soll. Darin heißt es, der Senat gehe davon aus, dass in der Berliner Bevölkerung eine „grundsätzliche Offenheit“ für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in ihrer Stadt besteht. Bereits bei der Fußball- und der Leichtathletik-WM 2006 und 2009 habe sich die Begeisterung für sportliche Großveranstaltungen gezeigt.

In der noch unveröffentlichten Vorlage, die aus der Verwaltung des Innen- und Sportsenators Frank Henkel (CDU) stammt, wird betont, die Bewerbung müsse von einem breiten öffentlichen Konsens getragen werden. „Ideen, Bedenken und Wünsche“ der Bürger müssten einfließen. Hierzu werde es neue Beteiligungsformate geben: „Der Senat will eine Bürgerolympiade.“ Mit der Vorlage beschließt der Senat am Dienstag offiziell die Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Dieses erfordert die Beantwortung eines 13 Punkte umfassenden Fragebogens, der detaillierter ist, als bisher bekannt war.

Zwei Punkte sind besonders heikel

Besonders heikel sind zwei Punkte: die Frage nach der Einstellung von Parlament und Regierung zu einer Bewerbung sowie die nach Unterstützung und Akzeptanz der Mehrheit der Bevölkerung. Der Fragebogen muss bis zum 31. August beantwortet werden. Die Vorlage soll dem Abgeordnetenhaus zwar zur Kenntnis gegeben werden, eine ordentliche Befassung des Parlaments vor dem Abgabetermin ist jedoch kaum möglich. Die Frage nach der Einstellung des Parlaments müsste demzufolge unbeantwortet bleiben, ebenso wie die nach Unterstützung und Akzeptanz in der Stadt.

Weitere Punkte, nach denen der DOSB fragt, sind die Gründe der Bewerbung, der Nutzen für die Bürger, die Wettkampf- und Trainingsstätten, das Olympische Dorf, die Stadtverträglichkeit, Investitions- und Bewerbungskosten sowie die Finanzierung, das Nachnutzungskonzept, Hotelkapazitäten und Transportkonzept. Der Senat weist darauf hin, dass der Bearbeitungsprozess „unter erheblichem Zeitdruck“ steht und „vorhersehbar äußerst ambitioniert“ ist. Genannt werden die Punkte Infrastruktur und Finanzierung.

Der DOSB will eine Bewerbung Deutschlands für 2024 oder 2028

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte am 4. April eine Bewerbung für Olympische Spiele in Deutschland beschlossen. Dabei geht es um 2024 oder 2028. Interessiert gezeigt hatten sich Berlin und Hamburg. Die Entscheidung, mit welcher Stadt sich Deutschland bewirbt, will der DOSB am 6. Dezember 2014 treffen. Eine Bewerbung um die Sommerspiele 2024 müsste bis November 2015 vom DOSB beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angekündigt werden, die Entscheidung über den Austragungsort trifft das IOC 2017. Internationale Interessenten sind unter anderem Paris, Istanbul, Mailand, Durban, Washington, Seattle, Boston, Dallas, San Diego und Los Angeles.

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