Berlin : Bezirk hofft auf Investor für Tiefgarage

Hardenbergplatz-Umbau mit Riesenrad vereinbar

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Nach der Ankündigung des Charlottenburger Baustadtrates, den Hardenbergplatz vor dem Bahnhof Zoo komplett umzugestalten, melden Anlieger und Nutzer erste Wünsche an. Wie berichtet, will der Bezirk einen „Stadtplatz mit Aufenthaltsqualität“ schaffen und diesen vom Autoverkehr befreien. Ganz andere Vorstellungen hat die BVG: Sie möchte ihre Bus-Wendeschleife von der Hertzallee auf den Hardenbergplatz verlegen, wenn auf der anderen Seite der Stadtbahntrasse das Aussichtsrad gebaut wird. Das Riesenrad könne die heutige Wendeschleife an der Hertzallee übernehmen, die BVG würde ihre 25 Busse stattdessen vor dem Bahnhof Zoo abstellen, heißt es. Dies würde den BVG-Verkehr vom Riesenradverkehr sauber trennen und den Verkehrsbetrieben zudem 400 000 Euro pro Jahr Kosten durch die kürzere Anfahrt sparen. Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) lehnte dies gegenüber dem Tagesspiegel jedoch strikt ab.

„Wir wollen nicht, dass BVG–Busse auf dem Hardenbergplatz stehen“, stellte Gröhler klar. Dies entspreche nicht dem Ziel, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Noch seien viele Details der vorgesehenen Umgestaltungen nicht geklärt. Für die geplante Tiefgarage gebe es aber einen möglichen privaten Investor. Auch weitere Maßnahmen seien „ohne öffentliches Geld“ möglich. Das Aussichtsrad-Projekt werde durch die Überlegungen weder behindert noch verzögert, betonte Gröhler gestern Abend bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Europa-Center. Anfang Februar werde es einen „Runden Tisch“ aller Hardenbergplatz-Anlieger geben.

Die Bayerische Bau- und Immobiliengruppe, Eigentümerin des „Zoobogen“-Komplexes, wird wohl dabei sein: Geschäftsführer Karl-Josef-Stindt sagte gestern, er halte sowohl das Aussichtsrad als auch die „Unterbauung“ für „sehr begrüßenswerte Initiativen, die wir, wo wir können, unterstützen“. Zoodirektor Jürgen Lange blieb angesichts der möglichen Aussicht auf einen BVG-Busplatz vor dem Zooeingang „gelassen“. Schon jetzt stünden dort private Busse. Im Europa-Center erklärte Lange gestern außerdem, dass die Tiere im Zoo seiner Ansicht nach durch das geplante Aussichtsrad nicht beeinträchtigt werden.

Die Münchener Firma Wöhr + Bauer, die vor Jahren eine Tiefgarage geplant hatte, wollte gestern keine Stellung nehmen. Wöhr + Bauer hatte zuletzt die Tiefgarage am Bebelplatz in Mitte gebaut. Am Hardenbergplatz wird seit den 90er Jahren über eine Tiefgarage diskutiert, jedoch fehlten Investoren. Damals zählten neben dem Bezirk auch die Bahn und die AG City zu den Befürwortern. Nach dem Aus für den Fernverkehr am Bahnhof Zoo sind Experten jedoch skeptisch, ob sich die teure Buddelei noch lohne. Ha/C.v.L./CD

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