"Der Puck von Berlin" : Berlinale-Fotografin Erika Rabau ist tot

40 Jahre lang war sie die offizielle Fotografin der Berlinale. Nun ist die unverwechselbare Erika Rabau gestorben. Ihr Alter? Man wusste es nie. Sie sei viertel vor Weihnachten geboren, sagte die zierliche Frau.

Berlinale-Fotografin Erika Rabau in ihrer legendären Ledermontur.
Berlinale-Fotografin Erika Rabau in ihrer legendären Ledermontur.Foto: Alexander Janetzko /Berlinale

Sie war immer da, klein und wach in ihrer Ledermontur, behängt mit Fotoapparaten: "Der Puck von Berlin" hat der große Friedrich Hollaender sie einst genannt - kaum zu glauben, dass Erika Rabau nun nicht mehr da ist. Die langjährige Berlinale-Fotografin ist am 10. April gestorben, wie das Festival mitteilt. Über 40 Jahre war sie die offizielle Berlinale-Fotografin, zuständig für den Glamour wie für den Blick hinter die Kulissen - sie wurde 2004 dafür mit einer Berlinale-Kamera geehrt..

So bescherte sie den Berliner Filmfestspielen "Dokumente unvergesslicher Festivalmomente", sagte Berlinale-Chef Dieter Kosslick. "Erika wird uns fehlen, ihre unverwechselbare Energie und ihr Temperament ebenso wie ihre Eigenwilligkeit auf dem Roten Teppich. Wir hatten viel Spaß miteinander und sie liebte ihren buntgestreiften Berlinale-Schal, den ich ihr für ihren unermüdlichen Einsatz auf dem Roten Teppich umgebunden hatte." Sehen konnte man das 2008 in Samson Vincents Dokumentarfilm mit dem Titel, wie sonst, "Der Puck von Berlin".

Immer dabei: die Berlinale-Fotografin Erika Rabau
Der rote Teppich, ihr Reich: Erika Rabau bei der Eröffnung der 63. Berlinale 2013.Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: dpa/Britta Pedersen
13.04.2016 10:18Der rote Teppich, ihr Reich: Erika Rabau bei der Eröffnung der 63. Berlinale 2013.

Gründungsdirektor Alfred Bauer war 1972 auf die junge Fotografin aufmerksam geworden und hatte sie umgehend engagiert. Mit ihrem Markenzeichen, dem blauen oder schwarzen Lederoutfit, gehörte sie seitdem zur Berlinale wie der Goldene Bär. Erst in diesem Februar setzte sie krankheitsbedingt erstmals aus.

Neben Ihrer Arbeit mit der Kamera hat sie im Lauf der Jahre in über 30 Filmen mitgewirkt und war immer wieder in kleinen Rollen zu sehen, in Werken von Wenders, Fassbinder, Ulrike Ottinger, Wolf Gremm und Lothar Lambert. Der hat sie 2015 zum letzten Mal vor die Kamera geholt, für seine Kino-Hommage „Erika, mein Superstar oder Filmen bis zum Umfallen“. Rabaus Kommentar: „Ich bin doch kein Star, ich bin ein Mensch.“ Ihr zierliches, flirrendes Wesen, ihr rabaukiges Auftreten, es wird allen Filmfreunden fehlen.

Wohnen Sie im Bayerischen Viertel oder interessieren Sie sich für diesen besonderen Berliner Kiez? Unseren Kiezblog zum Bayerischen Viertel finden Sie hier. Themenanregungen und Kritik gern im Kommentarbereich etwas weiter unten auf dieser Seite (leider derzeit noch nicht auf unserer mobilen Seite) oder per Email an: bayerischesviertel@tagesspiegel.de. Zum Twitterfeed über das Bayerische Viertel geht es hier. Twittern Sie mit unter dem Hashtag #BayerischesViertel

Willkommen auf der Kiezseite Bayerisches Viertel

Ich heiße Markus Hesselmann, leite die Online-Redaktion des Tagesspiegels und lebe im Bayerischen Viertel. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen schreibe ich über unseren wunderbaren Kiez. Über Historisches, Kulturelles, Aktuelles und besonders gern über bürgerschaftliches Engagement. Und dabei hoffe ich auf Ihre Unterstützung, liebe Leserinnen, liebe Leser. Schicken Sie Ihre Themen-Anregungen und Ihre Kritik an bayerischesviertel@tagesspiegel.de oder kommentieren Sie hier auf der Seite unter den Texten. Ich freue mich auf die Debatten!

0 Kommentare

Neuester Kommentar