Fraktionswechsel in Berlin-Charlottenburg : Von den Grünen zur CDU

Serdar Bulat wurde in die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf gewählt – und wechselte sofort danach die Fraktion. Hier spricht er über seine Gründe.

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Serdar Bulat.
Serdar Bulat.Foto: Erik Marquardt

Nach der ersten Sitzung der neuen BVV in Charlottenburg-Wilmersdorf erklärte Serdar Bulat von den Grünen überraschend seinen Wechsel in die CDU-Fraktion. SPD und Grünen fehlen nun zwei Stimmen zur absoluten Mehrheit, was aber wenig ändert, weil die Linken die rot-grüne Zählgemeinschaft tolerieren wollen. Der 28-Jährige wuchs in Charlottenburg als Sohn türkischer Eltern auf und studiert Politik.

Zuschauer der TV-Quizsendung „Wer wird Millionär“ kennen ihn als glücklosen Kandidaten: Bulat scheiterte im Frühjahr schon an der 200-Euro-Frage, weil er nicht wusste, dass „Niçoise“ für einen Salat steht. Bei einem späteren „Pechvogel-Special“ der Show gewann er 8000 Euro.

Was hat Sie bei den Grünen gestört?
Ich trat 2009 bei den Grünen und der Grünen Jugend ein. Aber die realpolitischen, pragmatischen Kräfte haben sich reduziert. Es gibt eine allgemeine Entfremdung von Inhalten und außerdem Ungereimtheiten zwischen Fraktion und Partei. So spontan ist meine Entscheidung nicht, die BVV-Liste war vor neun Monaten angefertigt worden. Dann stellte ich fest, dass ich wenig Handlungsspielraum habe.


Was haben Sie mit der CDU gemeinsam?
Mit ihr teile ich die größte inhaltliche Schnittmenge. Die CDU ist die einzige Kraft, bei der ich etwas bewegen kann. Sie ist gut in der Wirtschaft und Haushaltsführung. Auch die fordernde Haltung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund sehe ich positiv. Die CDU hat wohl mehr für meine Integration getan als andere.


Weshalb sind Sie nicht zur FDP oder den Linken gewechselt?
Ich sehe SPD, Grüne und die Linken alle in eine Richtung rennen, glaube aber nicht, dass Rot-Rot-Grün gut für Berlin oder den Bezirk ist. Und die FDP ist eine Klientelpartei, die CDU dagegen eine Volkspartei.

Das Gespräch führte Cay Dobberke.

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