Debatte in Pankow : Bürgerpark bekommt Bürgerbeteiligung

In Pankow wird über den Standort für ein Tier-Altenheim gestritten. Das Bezirksamt will es im Bürgerpark ansiedeln, doch dagegen formiert sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative fordert ein Gesamtkonzept für den Park und will bei der Planung auch mitreden. Das sagte Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) jetzt zu.

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Nicht überall im Bürgerpark sieht es so schön aus.
Nicht überall im Bürgerpark sieht es so schön aus.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Anwohner und Nutzer des Bürgerparks in Pankow sollen über die Zukunft des Parks mitbestimmen dürfen. Das sagte der grüne Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Jens-Holger Kirchner am Dienstagabend in einer Diskussion mit rund 100 Bürgern zu. Die gerade erst gegründete “Bürger-Park-Initiative” hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Sie fordert ein Gesamtkonzept für die Parkgestaltung und eine bessere Pflege der vernachlässigten Grünanlagen.

Aktueller Aufhänger der Debatte waren Pläne des Bezirksamts, ein Altenheim für Tiere in dem Teil des Parks anzusiedeln, der bisher dem Grünflächenamt als Werkhof dient. Die Bürgerinitiative lehnt das ab. Sie argumentiert, dass der intensiv genutzte Bürgerpark eher noch erweitert werden müsste. Für mehrere hundert Tiere sei daher kein Platz. Auch mögliche Lärmbelästigungen waren in der Diskussion ein Thema. Die Bürgerinitiative schlägt vor, an dem vorgesehenen Standort begehbare Schau- und Lehrgärten anzupflanzen. Im Publikum gab es allerdings auch Zustimmung für das ehrenamtlich betriebene Tierheim, das bisher in einem Privathaus in Blankenburg untergebracht ist.

Noch keine endgültige Entscheidung zum Tierheim

Eine endgültige Entscheidung über das Tierheim ist laut Kirchner noch nicht gefallen. Er sagte zu, die Initiative und den schon bisher engagierten “Verein für Pankow” in die weiteren Planungen für den Park einzubeziehen. Neben dem Werkhof geht es dabei auch um die Zukunft der alten Meierei und ein gastronomisches Gesamtkonzept. Auch eine Skateboardanlage ist im Gespräch. Vorschläge einzelner Bürger seien ebenfalls willkommen, so der Stadtrat. Der SPD-Politiker Torsten Schneider, der für Pankow im Abgeordnetenhaus sitzt, kommentierte das positiv: "Vielleicht wird der Bürgerpark zum Modell für Bürgerbeteiligung in Pankow."

Gelder für Panke-Projekt bleiben gesperrt

Weitreichende Eingriffe in den Park im Zuge der vom Senat geplanten Renaturierung der Panke sind nach Auskunft Kirchners inzwischen kein Thema mehr. Im Bürgerpark solle sich der Fluss allenfalls noch auf dem Gelände des Werkhofes raumgreifend schlängeln dürfen. Darüber hätten Senat und Bezirk Einigkeit erzielt. Derzeit liegt das Projekt “Panke 2015” ohnehin auf Eis. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hatte bis zur Klärung von Einwendungen aus Pankow die Mittel dafür gesperrt. Eine Aufhebung der Sperre vertagte der Ausschuss am Mittwoch.

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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