Modell für Pankow und Berlin : Die Elisabeth-Aue lässt grüßen

Am Blankenburger Pflasterweg sollen 5000 neue Wohnungen entstehen.

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Protest gegen die Bebauung der Elisabeth-Aue. Beim Bauprojekt am Blankenburger Pflasterweg soll es besser laufen.
Protest gegen die Bebauung der Elisabeth-Aue. Beim Bauprojekt am Blankenburger Pflasterweg soll es besser laufen.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Pankow hat so seine Erfahrungen mit großen Bauprojekten. Die Bebauungspläne für die Elisabeth-Aue - inzwischen auf Eis gelegt - stießen auf erbitterten Widerstand der Bevölkerung. Ein weiteres Projekt ist am Blankenburger Pflasterweg geplant. Durch das neue Stadtquartier mit rund 5000 Wohnungen würde sich die Bevölkerung in Blankenburg glatt verdreifachen. Klar, dass die Bürger da skeptisch sind. Doch anders als bei der Elisabeth-Aue gehen Senat und Bezirk diesmal aktiv auf die Bewohner zu. Noch auf Initiative des früheren Pankower Baustadtrats Jens-Holger Kirchner (Grüne) wurde ein Forum ins Leben gerufen, das als Plattform für die Zusammenarbeit von Bürgerinitiativen, Verwaltung und Politik dienen soll.

Die ersten Veranstaltungen verliefen positiv, wie Forum-Sprecher Martin Kasztantowicz berichtet. “Es gibt auf allen Seiten Bereitschaft, Positionen zu überdenken.” Die Stimmung sei positiv und konstruktiv. Breiten Widerstand, ähnlich wie bei der Elisabeth-Aue weiter im Norden, erwartet Kasztantowicz nicht. "Doch die Meinungsbildung steht erst am Anfang. Es kommt nun darauf an, wie der Prozess weitergeht", fügt er hinzu.

Bisher standen vor allem organisatorische Fragen im Vordergrund des Forums "Blankenburger Süden". Die inhaltlichen Themen sollen in den kommenden Monaten auf den Tisch kommen. Die erste Beteiligungswerkstatt ist am 1. April geplant. Klar ist schon jetzt: Eines der wichtigsten Themen für die Bürger im Süden Blankenburgs, in Heinersdorf und Malchow ist die Verkehrsanbindung des neuen Quartiers. Schließlich erleben sie schon jetzt praktisch den Verkehrskollaps, weil gleich mehrere Hautstraßen saniert werden müssen, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen vor allem in Malchow und Heinersdorf führt.

Den aktuellen und künftigen Verkehrsprobleme der Region will man sich nun besonders widmen. Ohne ein schlüssiges Zukunftskonzept, glaubt Kasztantowicz, könnte die Stimmung in Blankenburg schnell kippen. “Andere Projekte haben gezeigt: Es wird viel versprochen, was dann nicht eingehalten wird."

Das Experiment "Forum Blankenburger Süden" ist für ihn daher Modell für Pankow und für ganz Berlin. "Was wir hier machen, ist etwas ganz Besonderes."

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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