Musikmeile in Pankow : Rock bis kurz nach Mitternacht

Am Samstag findet im Altbezirk wieder die Musikmeile statt. Sechs Bands spielen an sechs Orten zum Einheitspreis. Ein Highlight im nicht gerade kulturverwöhnten Pankow.

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Ossternhagen spielen Samstag im Kissingen-Eck.
Ossternhagen spielen Samstag im Kissingen-Eck.Foto: promo

Sechs Bands, sechs Kneipen, viel frische Luft. Und das alles für nur 10 Euro. Das ist die Kurzbeschreibung der Musikmeile in Pankow, die an diesem Samstag (27. Februar) schon zum 15. mal im Altbezirk stattfindet. Birk Ladwig aus Anklam organisiert den langen Musikabend. "Eigentlich gehen wir mit der Musikmeile nur in kleinere Städte", sagt er. "Aber Pankow ist ja irgendwie auch eine Kleinstadt", fügt er hinzu. Kulturell gesehen hat er da wohl in jedem Fall Recht. Und offenbar kommt das Format in Pankow auch gut an, schließlich ist es seit Jahren eine feste Größe zum Ende der kalten Jahreszeit.

Konkret funktioniert die Musikmeile so: An sechs Orten treten Bands auf, die jeweils 45 Minuten spielen und nach einer Pause von 15 Minuten ihr Programm wiederholen. In der Pause können die Gäste in eine der anderen Kneipen weiterziehen. Die ersten Auftritte starten um 21 Uhr, Schluss ist um 0.45 Uhr - was auch irgendwie zu Pankow passt. Die Partymeile des Bezirks liegt schließlich weiter im Süden.

Von Ossternhagen bis Laute

Das Programm der Musikmeile ist vielfältig. Folk, Rock, Rock'n Roll, Country und auch traditionelle arabische Musik sind angekündigt. Entsprechend breit ist auch die Palette der Spielorte: Im Kissingen-Eck (Kissingenstraße), eine traditionelle Berliner Eckkneipe, spielt beispielsweise die Band "Ossternhagen", die ihren Namen nicht nur zufällig an "Westernhagen" angelehnt hat. Im Eigenartich (Florastraße), das sich als Café und Salon versteht, tritt der marokkanische Lautenspieler Alaa Zuiten auf. Mehr als 30 Zuhörer passen in das kleine Café allerdings nicht rein. "Und da muss man schon zusammenrücken, aber das macht andererseits auch die besondere Stimmung im Eigenartich aus", sagt Birk Ladwig.

In Pankow steht der Organisator der Musikmeile aber noch vor einer anderen Herausforderung. "Die Gegend verändert sich permanent, Kneipen wechseln den Besitzer oder schließen, neue kommen hinzu." Jedes Jahr muss Ladwig daher einige neue Veranstaltungsorte suchen. "Oft rufen uns aber auch Wirte an, weil sie mitmachen wollen." Außer dem Neuling Kissingen-Eck und dem Café Eigenartich sind in diesem Jahr der Olivenbaum (Breite Straße) mit der irischen Folkband "Clover" dabei; das Hugo (Breite Straße), wo „Tequila Sunrise“ mit einer Mischung aus Rock'n Roll und Country auftreten; das Garbáty (Mühlenstraße) mit der Rockgruppe „Famous Trax“ und das Landhaus Pankow (Mühlenstraße), wo sich laut Programm die „Freebirds“ auf eine Reise durch die musikalische Vergangenheit begeben.

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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