Radstellplätze in Berlin : Bahnhof Pankow: Bei Fahrrädern geht's drunter und drüber

In Berlin gibt es zu wenig Parkmöglichkeiten für Fahrräder. Am Bahnhof Pankow sollen zweistöckige Fahrradständer ab Jahresende für Ordnung sorgen. Eine mögliche Gefahr in der Parkanlage ist Vandalismus.

Raja Kraus
Am Bahnhof Pankow sollen bessere Parkmöglichkeiten für Räder geschaffen werden.
Am Bahnhof Pankow sollen bessere Parkmöglichkeiten für Räder geschaffen werden.Foto: dpa/Patrick Pleul

Zu wenig Radwege, zu wenig sichere Abstellmöglichkeiten, kurz: zu wenig Fahrradfreundlichkeit wird Berlin oft vorgeworfen. Es geht drunter und bald vielleicht auch drüber mit Berlins Rädern. Denn am Bahnhof Pankow soll es doppelstöckige Fahrradständer geben – die sparen Platz. Kostenfrei könnten so rund 300 Räder unter der S-Bahnbrücke Berliner Straße stehen und auch schweben. Es wäre der erste öffentliche Fahrradparkplatz dieser Art in Berlin. Auf privaten Grundstücken gibt es schon vergleichbare Modelle, zum Beispiel auf dem Gelände des Axel-Springer-Verlags in der Zimmerstraße. Der dortige Parkplatz ist aber für die Mitarbeiter gedacht.

Berliner S-Bahn übernimmt Instandsetzung

In den nächsten zwei Wochen will die S-Bahn den Antrag für die Fahrradständer bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einreichen. Die betreibt ein Förderprogramm, mit dem das Projekt finanziert werden könnte. „Wir gehen davon aus, dass die Fahrradständer in Pankow den Zuschuss bekommen“, sagt René Klemens, Fahrradbeauftragter der Berliner S-Bahn. Die Fördermittelrichtlinien sehen vor, dass die S-Bahn sich in den nächsten 15 Jahren um die Instandhaltung kümmert. Danach müsse man weitersehen: „Das ist ein Pilotprojekt, das wir erst einmal testen müssen“, sagt Klemens; eine mögliche Gefahr sei etwa Vandalismus.

Anlehnbügel schützen vor Diebstahl

Als Hersteller ist unter anderem die Orion Stadtmöblierung GmbH als Rahmenvertragspartner im Gespräch, die auch schon Doppeldeckerfahrradständer in Bernau gebaut hat. „Der Auftrag liegt schriftlich noch nicht vor“, sagt Thorsten Dambier, der bei Orion für die Doppelstockparker verantwortlich ist. Nach bisherigen Entwürfen seien für Pankow auch Anlehnbügel, mit denen die Räder zusätzlich gegen Diebstahl gesichert werden können, angedacht. „Da die Ständer frei zugänglich wären, sind Anlehnbügel eine zusätzliche Absicherung“, sagt Dambier.

Berlin fährt Rad
Diesen Tretroller hat die Fahrradstaffel der Berliner Polizei in Mitte aus dem Verkehr gezogen. Begründung: Das sportliche Gefährt fährt mit Elektromotor - und zwar autonom mit einem Gaspedal. Dafür hätte der Fahrer eine Zulassung gebraucht.Weitere Bilder anzeigen
1 von 411Foto: Polizei Berlin
28.07.2017 10:51Diesen Tretroller hat die Fahrradstaffel der Berliner Polizei in Mitte aus dem Verkehr gezogen. Begründung: Das sportliche Gefährt...

Montage der Doppelstocker im Spätherbst

Montiert werden sollen die Fahrradständer in Pankow dann im Spätherbst, sodass eine Nutzung zum Jahresende möglich ist. Weitere Abstellmöglichkeiten dieser Art seien wünschenswert, aber in Berlin auch schwer umsetzbar, sagt Klemens: „Es gibt nicht viele freie Flächen, die in Bahnhofsnähe liegen.“ Damit sich bei dem Platzsparmodell die Lenker nicht verhaken, sind die Halterungen höhenversetzt angebracht. Um das Rad in die zweite Etage der Doppeldeckerkonstruktion zu bekommen, rollt es auf eine ausziehbare Schiene. Mit dieser hebt man das Rad dann in eine waagerechte Position nach oben. Was sich kompliziert anhört, ist durch die Hebelwirkung gar nicht so schwer.

96 Ortsteile, 96 Bilder, 100 Prozent Berlin
Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...



Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

20 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben