Schulen in Pankow : Kinder, Kinder! In Pankow fehlen 25 Schulen

Berlin bräuchte mehr als eine halbe Milliarde Euro, um neue Schulen bauen zu können. Die Kinder sollen nicht in "Container-Kisten" lernen, so die Grünen.

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Berlin, Pankow, die Container der Rosa-Luxemburg-Schule.
Berlin, Pankow, die Container der Rosa-Luxemburg-Schule.Foto: Vincent Schlenner

Berlin braucht nicht nur rund zwei Milliarden Euro für Schulsanierungen, sondern auch über eine halbe Milliarde Euro für neue Schulbauten – und letzteres allein in Pankow. Dies geht aus einem ganz neuen Infrastrukturkonzept des Bezirks hervor, das dem Tagesspiegel vorliegt. Demnach ergibt sich aus dem ungebremsten Bevölkerungswachstum des Bezirks und den damit einhergehenden Wohnungsneubauten bis 2025 ein zusätzlicher Bedarf von 16 Grundschulen, fünf Gymnasien und 3,5 Sekundarschulen. Diese und weitere Konsequenzen des Zuzugs beziffert das Papier von Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung, Jens Holger Kirchner (Grüne).

Die grüne Bildungs- und Haushaltspolitikerin Stefanie Remlinger fordert nun ein „Bündnis für den Schulneubau“, denn nicht nur Pankow, sondern auch weitere Bezirke stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Bislang behilft sich das Land vielerorts mit schnell zu errichtenden Modularen Ersatzbauten, weil ein kompletter Neubau von der Planung bis zur Realisierung bis zu acht Jahre benötigt. Diese langen Zeiträume deuten für Remlinger auf „verkrustete Strukturen“. Derartige Planungszeiten müssten verkürzt werden, damit die Schüler letztlich nicht in „Container-Kisten“ landen, sondern in „anständigen, auf Nachhaltigkeit und pädagogische Qualität angelegten Schulen“.

Von Pankow über den Pankeradweg in die Stadt
Mit dem Rad entlang der Panke in die Stadt: Eine Entdeckungsreise durch die Stadtnatur mit viel Kiezkultur.Weitere Bilder anzeigen
1 von 26Foto: Ulrike Scheffer
01.07.2015 09:27Mit dem Rad entlang der Panke in die Stadt: Eine Entdeckungsreise durch die Stadtnatur mit viel Kiezkultur.

In der bisherigen Investitionsplanung des Landes befinden sich laut Pankows Bildungsstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) nur zwei Schulen ihres Bezirks. In der Vergangenheit hatte sich das verschuldete  Pankow damit beholfen, vorhandene Schulbauten zu erweitern, stillgelegte Schulen zu reaktivieren oder die Klassen noch mehr aufzufüllen. Längst sind alle Raum-Reserven verbraucht. Zürn-Kasztantowicz hatte daher schon vor knapp drei Jahren davor gewarnt, dass ihre Schulen wegen der rasant wachsenden Schülerzahlen „vor dem Kollaps“ stehen.

Pankow hat mehr Schüler als Friedrichshain-Kreuzberg oder Spandau

Eine neue Schule kostet rund 25 bis 30 Millionen Euro. Daraus ergibt sich allein für Pankow ein Investitionsbedarf von rund 600 Millionen Euro für die genannten 25 Schulen, die bis 2025 benötigt werden. Bis 2020 beziffert Kirchner den Bedarf auf acht Grundschulen; das wären dann „nur“ rund 200 Millionen Euro.

Pankow hat schon jetzt im Bezirksvergleich - unter diesem Link finden Sie das PDF - die meisten Schüler: über 30.000. Das sind rund 50 Prozent mehr als etwa Spandau, Marzahn-Hellersdorf oder Friedrichshain-Kreuzberg haben. Nur Lichtenberg wächst noch schneller als Pankow, hat aber auch langfristig immer noch rund 5000 Schüler weniger als der Boom-Bezirk.

 

96 Ortsteile, 96 Bilder, 100 Prozent Berlin
Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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