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Berlin-Zehlendorf : Anti-Merkel-Parole übermalt - und prompt verurteilt

Irmela Mensah-Schramm beseitigt seit 30 Jahren rechte Sprüche und wurde oft ausgezeichnet. Jetzt hat sie einen Slogan verändert - und wurde zu einer Strafe verdonnert.

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Irmela Mensah-Schramm ist praktisch täglich in Aktion. Seit mehr als 25 Jahren ist das die Berufung der früheren Heilpädagogin, die dafür mehrfach ausgezeichnet wurde.
Irmela Mensah-Schramm ist praktisch täglich in Aktion. Seit mehr als 25 Jahren ist das die Berufung der früheren Heilpädagogin,...Foto: Mike Wolff

Wenn Sie mal etwas wirklich Beklopptes lesen wollen, müssen Sie jetzt dran bleiben. Irmela Mensah-Schramm, 70, übermalt und beseitigt seit 30 Jahren Nazi-Sprüche und rechte Parolen, sie erhielt dafür u.a. die Bundesverdienstmedaille, das „Band für Mut und Verständigung“ der Ausländerbeauftragten des Senats und den Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ der Bundesregierung - und jetzt eine Geldstrafe von einem Berliner Amtsgericht, die auf ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Und das kam so: In einem Zehlendorfer Fußgängertunnel hatte sie den Spruch „Merkel muss weg“ umgewandelt in „Merke! Hass weg“. Auf Druck einer eifernden jungen Staatsanwältin („Suchen Sie sich eine andere Art der Meinungskundgebung“) sah das eigentlich einstellungsbereite Gericht den Straftatbestand der Sachbeschädigung erfüllt - die abstruse Begründung: Ein Buchstabe und ein Herz, das den Punkt unter dem Ausrufungszeichen darstellt, waren größer als der ursprüngliche schwarze Schriftzug gewesen. Außerdem habe die Rentnerin die auffällige Farbe Pink verwendet.

Ist ja ungeheuerlich - das Checkpoint-Urteil: Die Anklägerin wird zum Tragen von roten Ohren verdonnert (ein Jahr ohne Bewährung).

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Entnommen aus dem aktuellen Checkpoint von Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Kostenlos können Sie diesen abonnieren unter www.tagesspiegel.de/checkpoint. In der ursprünglichen Fassung war eine missverständliche Formulierung über das Strafmaß für Irmela Mensah-Schramm. Lesen Sie unter diesem Link ein Interview mit ihr, in dem sie die Strafe genau erläutert.

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