Bienenzucht auf Landtag : Bei Berlins Parlamentariern summt es

Auf dem Dach des Abgeordnetenhauses wurde ein City-Loft für 100.000 Bienen errichtet. Künftig sollen Besucher den Honig als Präsent erhalten.

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Verschleiert. Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) ließ sich auf dem Dach des Abgeordnetenhauses von Imker Heinz Risse seine neuen Untermieter vorstellen.
Verschleiert. Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) ließ sich auf dem Dach des Abgeordnetenhauses von Imker Heinz Risse seine...Foto: Davids/Darmer

Mitte,Bienen,AbgeordnetenhausDas Dach des Preußischen Landtags ist ein kahler Ort, nicht einmal Berliner Abgeordnete haben im Normalfall Zutritt – für knapp 100 000 Bienen wird nun eine Ausnahme gemacht. Im Rahmen der Aktion „Berlin summt!“, die von der Kulturstiftung des Bundes als Teil der Reihe „Über Lebenskunst“ gefördert wird, wurde ein City-Loft für Honigproduktion eingerichtet.

„Von den 298 Wildbienenarten in Berlin ist die Hälfte bedroht, für dieses Problem wollen wir ein Bewusstsein schaffen“, sagt Cornelis Hemmer, einer der Initiatoren des Projektes. Vor dem Abgeordnetenhaus wurden schon der Berliner Dom, das Haus der Kulturen der Welt und andere exponierte Gebäude in ganz Berlin als Bienen-Heimat ausgewählt.

Die Bienenzucht sei „eine alte und schützenswerte Kulturtechnik“, sagte der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, bei der Einweihung. Und sie hat Tradition an diesem Ort. Bereits zu Zeiten der Weimarer Republik hatte ein Verwaltungsbeamter zwölf Bienenvölker mit gut einer Million Tiere auf dem Dach des Gebäudes betreut – bis die Nazis kamen und die Stöcke zerstörten. Von den süßen Früchten der wieder aufgelebten Tradition sollen künftig auch die Gäste des Abgeordnetenhauses profitieren – und den Honig als Präsent erhalten. nia

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