Berlin : Biesdorf: Gelb wie märkischer Sand

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Was vor einem Jahr symbolisch begann, wird nun in die Tat umgesetzt: Anfang Juli sollen die Arbeiten für das seit langem geplante Handelszentrum am Elsterwerdaer Platz in Angriff genommen werden. "Langwierige Abstimmungen mit dem Bezirksamt und dem Land Berlin hatten zur wiederholten Verzögerung geführt", sagt der Projektleiter Stephan Jung von der Deutsche Bau- und Grundstücksgesellschaft (BauGrund). Schließlich hieß es noch während der Festtage im Sommer vorigen Jahres zum 625-jährigen Bestehen des Marzahner Ortsteils, Baubeginn sei im Herbst 2000. Aber dann konnte erst im November der Bauantrag eingereicht werden.

Jetzt gab es jedenfalls grünes Licht vom Bezirk, und die Kräne können anrücken. Das Zentrum mit einer Bruttogeschossfläche von rund 120 000 Quadratmetern ist nicht nur das größte Investitionsvorhaben im Entwicklungsgebiet Biesdorf-Süd, sondern wird sich auch äußerlich von anderen Einkaufsstätten im Bezirk unterscheiden. Der Architekt Josef Paul Kleihues lässt die Fassade beispielsweise mit gelblichen Ziegelsteinen gestalten. Damit soll an den märkischen Sand erinnert werden. Außerdem sei das aus Torfbrand bestehende Material unempfindlich gegen Witterungseinflüsse.

Kleihues bezeichnet das Handelszentrum als Herz des neuen Wohngebietes". "Hier entsteht kein eintöniger Einkaufstreff, vielmehr ein Ort der Begegnung, an dem alte und hinzugezogene Biesdorfer verweilen können", meint der Architekt. Darauf gründet sich auch sein Konzept. Geplant ist außer einem zweistöckigen Selbstbedienungswarenhaus und mehreren Blöcken, in denen Handels- und Dienstleistungs- sowie Sport und Freizeiteinrichtungen untergebracht sind, ein 9000 Quadratmeter großer Marktplatz. Von dort aus kann man über eine Passage kleine Shops erreichen.

Zudem bekommt jedes Gebäude 4,75 Meter hohe Arkaden. "Diese so genannten Nordblöcke, der freie Platz und die Tiefgarage werden voraussichtlich ab November 2002 zur Verfügung stehen", sagt Projektleiter Jung. Zu diesem Zeitpunkt beginnt dann der zweite Bauabschnitt mit Dienstleistungs- und Freizeiteinrichtungen und Büros. "Dieser Bereich wird gerade vermarktet", sagt Jung.

Sämtliche Anbieter für den ersten Abschnitt stehen dagegen schon fest. Auch der Ausbau umliegender Straßen hat mittlerweile begonnen. Die Kölner GEG Grundstücksentwicklungsgesellschaft H. H. Göttsch KG errichtet den 220 Millionen Mark teuren Komplex. Das Unternehmen stieg vor drei Jahren in das Vorhaben ein, nachdem eine andere Investorengemeinschaft vom Projekt zurückgetreten war. Vor allem die neuen Bewohner von Biesdorf-Süd - 2010 sollen hier einmal rund 10 000 Menschen leben - werden vom Zentrum profitieren.

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